Logo der Industrial Workers of the World

Die IWW ist eine basisdemokratische, von Arbeiter_innen geführte weltweite Gewerkschaft für alle Arbeiter_innen an allen Arbeitsplätzen.
Engagiert in der Organisierung in unseren Betrieben und unserem sozialen Umfeld.

Gegründet 1905, stehen wir zu unseren Prinzipien, dass die Klasse der Arbeiter_innen und die Klasse der Unternehmer_innen nichts gemeinsam haben und die Ausbeutung durch das Lohnsystem überwunden werden muss.
Durch Organisierung von unten, basierend auf Solidarität, formen wir die neue Gesellschaft in der Schale der Alten.

Nächste Veranstaltungen

Neuigkeiten

  • [:de]SOLID! 2/20 erschienen[:]

    [:de]SOLID! 2/20 erschienen[:]

    [:de]Gerade noch, bevor dieses 2020 zu Ende geht, ist endlich die zweite SOLID!-Ausgabe dieses Jahres erschienen: SOLID! 2/2020

    Wenn du die SOLID! gedruckt in Händen halten willst, schreib uns, wir schicken dir gern eins oder mehrere Exemplare zu!

    Die Themen dieser Ausgabe:

    • Arbeiten & Arbeitskampf im Home Office
    • Solidarität gegen Repression
    • Corona & Organizing
    • Nachruf David Graeber
    • u.a.

    Alles bisher erschienen Ausgaben der SOLID! sowie weitere Materialien der IWW Wien findest du hier: Materialien & Broschüren[:]

  • [:de]Keine falschen Hoffnungen: Die Ausbeutung geht weiter – unser Kampf auch[:]

    [:de]Keine falschen Hoffnungen: Die Ausbeutung geht weiter – unser Kampf auch[:]

    [:de]Stell dir vor, es ist der 1. Mai inmitten der größten Arbeitslosigkeit seit 1945: Und (fast) keiner geht hin. Wie bei so vielen Dingen zurzeit bedeutet das einen tragischen Einschnitt, dem zumindest wichtige Erkenntnisse abzuringen sind: Was als großer Kampftag begann, ist schon seit Generationen ein rituelles Stell-dich-ein der Staatsräson. Wenn am Rathausplatz noch schnell die Internationale angestimmt wird, bevor es zum Würschtlstand geht, dann wissen alle Anwesenden: Hier wird nicht die Welt verändert, höchstens noch ein Parteichef davongejagt. Dieses Jahr spüren wir das besonders.

    Und so müssen wir leider feststellen, dass die Welt am 2. Mai auch dieses Jahr aussieht wie am 30. April. Das einzige, was dieses Jahr fehlt, ist das zertrampelte Partei-Fähnchen auf der Straße. Doch freudig stimmt das nicht, während unzählige Schicksale die Räder eines Systems zu spüren bekommen, das nie für sie gedacht war.

    DIE AUSBEUTUNG GEHT WEITER – UNSER KAMPF AUCH
    Ein ernüchterter Redebeitrag der IWW Wien zum Ersten Mai des Seuchenkapitalismus

    Die Zahlen sind brutal. In Österreich erleben wir die höchste Arbeitslosigkeit seit 1945, mehr noch: So viele Arbeitslose gab es auch in der 1. Republik nicht. Eine halbe Million Menschen in Österreich steht derzeit ohne Lohnarbeit da: Doppelt so viele als im Vorjahr. Und das ist nur eine Momentaufnahme, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes längst überholt ist. Was sich leider nicht ändern wird: Arbeiter*innen mit Migrationshintergrund sind von der aktuellen Kündigungswelle überproportional betroffen. Während die einen, zum Nichtstun verdammt, um ihre Existenz bangen müssen, müssen die anderen alle Last schultern. Vor allem im Pflege- und Sozialbereich, aber auch in anderen Branchen, müssen viele Arbeiter*innen zusätzlich massive Überstunden leisten, als ob der normale Wahnsinn sie nicht schon genug gefordert hätte. In Krankenhäusern ebenso wie in Pflegeeinrichtungen schuftet medizinisches Personal und Pleger*innen weit über der Schmerzgrenze. Auch in unzähligen Büros konzentriert sich derzeit die Arbeit auf den Schultern jener wenigen, die nicht in Kurzarbeit geschickt wurden. Wer wiederum das Privileg der Kurzarbeit genießt, sucht in der seltsamen Situation der Ausgangssperre kombiniert mit unerwartet viel „Freizeit“ nach Formen der Beschäftigung. Doch es entschleunigt sich nicht leicht in der apokalyptischen Stimmung. Die bedrückende Atmosphäre bleibt. Nicht nur die Arbeitswelt, die Produktionssphäre, scheint global auf den Kopf gestellt. Nahezu sämtliche Bereiche der Gesellschaft sind stark verlangsamt oder im Stillstand.

    The end of the world as we know it?
    Schon bald kamen die ersten linken Analyseversuche der aktuellen Situation. Es fällt jedoch auf, dass die Linke und Linksradikale unbeholfen mit dieser unsichtbaren Feindin umgeht. Vor allem zwei Argumentationsmuster prägen dieser Tage die meisten Texte: Erstens jenes der sozialen Aspekte, also die Beschreibung und Kritik des kaputtgesparten Gesundheitssystems, der Pflege oder der durch Konkurrenzprinzip gelähmten Forschung. Das zweite Argumentationsmuster problematisiert die staatlichen Maßnahmen, den weiteren Ausbau totalitärer Tendenzen, die Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten und die Zunahme an staatlicher Überwachung und Kontrolle. Der Blick in die Zukunft fällt dann meistens, so der Eindruck, positiv aus: Die Fragilität des kapitalistischen Systems werde allen deutlich, sein Taumeln würde die Krisenanfälligkeit offenlegen und die Welt „danach“ werde jedenfalls eine andere sein. Mit dem ergänzenden Hinweis auf vereinzelte widerständische Kräfte vielerorts, etwa durch Streiks sowie einer Welle der Solidarität durch Nachbarschaftshilfen und Ähnlichem, entsteht so das Bild einer gesellschaftlichen Entwicklung, die den Anfang vom Ende einläutet.
    Ohne diese Aufbruchsstimmung bremsen zu wollen und in aufrichtigster Hoffnung, eines Besseren belehrt zu werden, sehen wir eine Welt vor uns, die dem nicht Folge leistet. So haben die aufrichtigen Bemühungen der Arbeiter*innen in der Sozialwirtschaftsbranche, sich endlich einen etwas besseren Kollektivvertrag zu erkämpfen, im Fahrschatten der Coronakrise einen enormen Rückschlag erhalten. Aus der Mindestforderung einer 35-Stunden-Woche wurde eine Reduktion der Arbeitszeit ab 2022 (!) um eine (!) Stunde, die sich die Arbeiter*innen durch eine Reduktion der Überstundenzuschläge gleich noch selbst bezahlen. Auf drei Jahre hin wurden damit den Kräften der Arbeiter*innen Fesseln angelegt, die zeigen, dass die Systemgewerkschaften und auch die Sozialwirtschaft selbst immer nur eine passende Gelegenheit vom Übergehen unserer Bedürfnisse entfernt sind. Was tun, in dieser Zeit der Rückschläge, Isolation und Vereinzelung?

    La lotta continua!

    Zunächst sollten keine falschen Hoffnungen geschürt werden, um eine große Enttäuschung zu vermeiden. „Geduld ist eine revolutionäre Eigenschaft“. Wir werden einen langen Atem brauchen, um irgendwann nicht schwächer, sondern stärker dazustehen. Wir werden vermutlich einer Stimmung der Apathie, der Erholung, des Durchatmens entgegenwirken müssen. Der zynischen Rede einer „Chance“, die das massenhafte Sterben eröffnet, sollte nüchtern entgegengehalten werden, dass die kommende Krise mit großer Wahrscheinlichkeit nicht den kommenden Aufstand einläuten wird. Dennoch ist das mitnichten ein Plädoyer zur Resignation. Im Gegenteil: Je realistischer wir die Ausgangslage einschätzen, desto besser sind wir vorbereitet. Vielversprechend ist beispielsweise die Ausgangslage von Arbeiter*innen im Pflege- und Gesundheitsbereich. Dass man von Dankesreden und Klatschgesten keine Miete bezahlen kann, leuchtet allen ein. Hier wäre gerade durch Corona wohl großer gesellschaflicher Rückenwind für Arbeitskämpfe zu erwarten. In anderen Sparten werden die Kämpfe sich wohl mehr gegen Kürzungen und eine weitere, bevorstehende Entlassungswelle richten müssen. Wie sich ökonomische, soziale und politische Kämpfe verknüpfen lassen, sollte Gegenstand künftiger Strategiedebatten sein. Parkett von Debatten und Kämpfen, die nicht in der Vereinzelung aufgehen wollen, ist die Organisierung. Wir laden alle herzlich ein, sich uns, einer globalen Organisation des sozialen Kampfes, anzuschließen.1 Eine harte Zeit mag kommen. Setzen wir auf unsere stärkste und zärtlichste Kraft gegen die Härte des Alltags: Solidarität! Mit den verschiedenen 1. Mai-Veranstaltungen gibt es heute eine Gelegenheit, diese Kraft kollektiv auf die Straße zu tragen: in Wien um 10 Uhr vor dem Rathaus für bessere Bezahlung im Gesundheits- und Sozialbereich, um 12 Uhr auf der Mayday am Praterstern und um 15 Uhr bei der Fahrradaktion „Solidarität für alle!“ am Ring; in Graz um 14 Uhr am Hauptplatz zu #SolidaritätStattNeuerNormalität; in Innsbruck um 11 Uhr am Landeshausplatz oder in Bregenz bei einer lifegestreamten Radioübertragung beim Milchpilz ab 16 Uhr. International gibt es ab 16 Uhr die Möglichkeit an der MAYDAY Radio Aktion von coview.info teilzunehmen.

    See you on the streets!

    1) Unsere aktuelle Kampagne gibt Einblicke in unsere Arbeistweisen, unser Konzept und unsere Zielvorstellungen: Gewerkschaft zum selber machen
    Außerdem möchten wir euch gerne zu einem online-Podium am 2. Mai um 19 Uhr einladen. Auf Youtube werden Genoss*innen aus verschiedenen Erdteilen über Kämpfe in Zeiten von Corona berichten: From Covid to Collective Action
    So wie unsere Klasse international ist, muss unsere Verständigung und Vernetzung transnational werden.[:]

  • [:de]Reflexionen aus der Quarantäne – eine Nicht-Anleitung zum Überleben[:]

    [:de]Reflexionen aus der Quarantäne – eine Nicht-Anleitung zum Überleben[:]

    [:de]

    Reflexionen aus der Quarantäne – eine Nicht-Anleitung zum Überleben

    veröffentlicht von der IWW Italia unter dem Titel Riflessioni dalla Quarantena am 30. März 2020.

     

    „Die Hoffnung ist kein Lottoschein, den du am Sofa sitzend fest umklammerst und dich glücklich fühlst. Die Hoffnung ist eine Axt, mit der du die Tür im Notfall durchschlagen kannst…“ – Rebecca Solnit

     

    Vorweg, ich, die das schreibt, habe Glück verglichen mit vielen anderen Personen: ich habe ein Haus, eine Arbeit, genügend Geld um Essen zu kaufen, ich kenne ausreichend Personen in meiner Stadt, die ich um Hilfe bitten könnte; ich bin in regelmäßigem Kontakt mit den Menschen, die ich liebe und lebe mit einem Menschen, der mich liebt und den ich liebe. Aus einem bestimmten Blickwinkel könnte man sagen, ich habe auch deshalb Glück, da mir mein Arbeitgeber erlaubt, in Sicherheit von zu Hause aus zu arbeiten und mir weiterhin Lohn zahlt.

     

    Und trotzdem.
    Und trotzdem finde ich mich oft weinend, in Angst oder großer Verzweiflung
    Und trotzdem habe ich oft schreckliche Albträume.
    Und trotzdem werde ich es langsam müde, weiterhin „produktiv“, „motiviert“ und „enthusiastisch“ zu sein, wie es der Arbeitgeber erwartet, während die Welt um mich herum zusammenbricht.
    Und trotzdem fällt es mir wirklich schwer, diese „Gelegenheit zu nutzen“, um endlich „all die Bücher zu lesen“ oder „die Serie auf Netflix anzuschauen, die ich schon lange sehen wollte“. Um mich zu „entspannen“, zu „entschleunigen“, mich „besser kennenzulernen“.

     

    Und deshalb.
    Und deshalb mache ich weiter, so gut ich kann.
    Und deshalb versuche ich so gut es geht, diese Gefühle zu akzeptieren, anstatt sie zu ignorieren oder mich schuldig zu fühlen.
    Und deshalb lese ich manchmal ein Buch oder schaue eine Serie. Aber wenn mir das nicht gelingt, weil ich zu unruhig bin, fühle ich mich sicher nicht schuldig.
    Und deshalb überwinde ich mich, wenn ich hinaus gehe, den Menschen zuzulächeln anstatt den Blick unten am Boden zu halten.
    Und deshalb helfe ich, so gut ich kann, schließe mich Solidaritäts-Gruppen an oder spende Vereinen, die Menschen in schwierigen Situationen helfen.
    Und deshalb beteilige ich mich an jenen Initiativen und Bewegungen, die dieser Tage entstehen, zwinge mich, weiter auf Hoffnung, Solidarität und Widerstand zu setzen, um eine andere Zukunft aufzubauen, so schwierig das in diesem Moment vorstellbar ist.

     

    „Man kann die Revolution nicht kaufen. Man kann die Revolution nicht machen. Man kann nur die Revolution sein. Sie ist in euch oder nirgendwo.“ – Ursula Le Guin

     

    Kunstwerke aus der Reihe What To Do In a Pandenic von Ricardo Levins Morales. Die Werke können für den nicht-gewerblichen Gebrauch kostenlos von seiner Internetseite heruntergeladen werden.

     

    [:]

  • [:de]Absage Infoabend Salzburg und 101 Training[:]

    [:de]Wegen der aktuellen Pandemie findet der Infoabend und die Filmvorführung in Salzburg nicht statt. Auch das 101 Training entfällt.

     [:]

  • [:de]Solid! 01/2020 erschienen![:]

    [:de]Die erste Ausgabe der SOLID! (Flugschrift der IWW) im Jahr 2020 ist erschienen.

    Zum Download der aktuellen und älteren Ausgaben geht es hier. 

    Aus dem Inhalt:

    • „Sei beständig wie ein Trommelschlag“: Tipps für erfolgreiches Organisieren
    • Berichte über Proteste gegen sexistische Gewalt in Mazedonien und Mexiko
    • Rückschau auf den revolutionären Liederabend mit Isabel Frey
    • „Pech für die Bosse“: über Sabotage und die berühmte Sabocat
    • Rezensionen: „Syndikalismus und neue Klassenpolitik“ (Streitschrift), Damnation (Netflix-Serie)

     [:]

  • [:de]Streiks im Sozialbereich: Streikgeld[:]

    [:de]Streiks im Sozialbereich: Streikgeld[:]

    [:de]

    Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, laufen aktuell Verhandlungen zum Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich mit dem Ziel, eine Arbeitszeitverkürzung auf 35h/Woche zu erkämpfen.
    In verschiedenen Betrieben wurden Streikbeschlüsse getroffen, sollte es bei der nächsten Verhandlungsrunde Anfang nächster Woche zu keiner Einigung kommen. In der Vergangenheit haben einzelne Betriebe im Vorfeld von Streiks ihren Angestellten gedroht, den Lohn für die Dauer des Streiks nicht zu bezahlen. IWW-Mitglieder bekommen nicht bezahlte Löhne aus dem Streikfonds ersetzt. Somit könnt ihr euch ohne Geldsorgen den Streiks anschließen.

    [:]

  • [:de]Streikfreigabe?[:]

    [:de]Der ÖGB versucht wieder einmal die Menschen zu bevormunden und täuschen, in dem er eine Streikfreigabe ausruft.
    Ob gestreikt wird, oder nicht, entscheiden aber die arbeitenden Menschen, nicht der ÖGB-Bundesvorstand. Was die freigeben können, sind Streikgelder für ihre Mitglieder, aber nicht das Recht zu streiken.

    Wer Mitglied der Industrial Workers of the World ist und am Streik im Sozialbereich teilnimmt, bekommt etwaige Verdienstentgänge übrigens ersetzt.[:]

  • [:de]Organisiere die Arbeiter*innenklasse, nicht die Linke[:]

    [:de]Organizing-Ratschläge, die ich meinem Ich vor zehn Jahren geben würde.

    Der Autor, der es vorzieht, anonym zu bleiben, arbeitete mehrere Jahre lang als Organizer für die größten Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in den USA, bevor er Lehrer wurde. Heute organisiert er seine Kolleg*innen und Schüler*innen, zuletzt etwa bei Kämpfen um mehr Geld für Bildung oder für Führerscheine für undokumentierte Migrant*innen. Ein Text unserer Kolleg*innen von „Organizing Work“.

    Ich habe darüber nachgedacht, welchen Rat ich mir aus heutiger Sicht vor zehn Jahren geben würde, als ich mit dem Organizing begonnen habe. Ich habe seit damals viel gelernt und viele Fehler gemacht. Im Folgenden also das, was ich mir aufgrund diverser eigener Erfahrungen und Fehler mit auf den Weg geben würde. Auch einfach Sachen, die ich selber nicht vergessen will. Es ist ja nicht so, dass ich immer alles richtig mache.

     

    – Organisiere für klare, erreichbare Ziele, die Orientierungpunkte haben und deren Erreichen man messen kann. Aufklärung oder „Bewusstseinsbildung“ sind nämlich nicht zu messen. Organisiere für Dinge, die das Leben der Menschen besser machen.

    – Es geht nicht in erster Linie darum, sich an Protesten zu beteiligen. Das kann manchmal sinnvoll und nützlich sein, aber es gibt eine Tendenz, Proteste als „etwas tun“ zu betrachten und einfach von einer Demo zur nächsten zu springen.

    – Hör dir die Meinungen der Leute an. Zuhören steht an erster Stelle. Schau, wo die Leute stehen. Lausche den Problemen der Menschen. Mutmaße nicht, welche Meinungen oder Probleme Menschen haben könnten.

     

    – Arbeite nicht nur mit Personen aus solchen Subkulturen und Szenen und sozialen Gruppen zusammen, die du am besten kennst. Dies führt dazu, dass Menschen, die nicht Teil dieser Subkultur sind, sich nicht zugehörig fühlen.

     

    – Lass dich nicht in superideologische dogmatische Auseinandersetzungen hineinziehen. Die Leute interessieren keine Streitigkeiten über etwas, das 1936 geschah, oder für deine Zerwürfnisse mit wem auch immer. Theorie und Geschichte mögen als Hobby interessant sein, und auch zur Inspiration dienen, aber die Linke ist generell geradezu besessen von Ideologieinterpretation zur Identitätsfindung. Veranschauliche deine Methodik anhand deiner Art des Organizing.

     

    – Respektiere kollektive Prozesse. Arbeitet bei Meinungsverschiedenheiten gemeinsam an Lösungen. Plant die Dinge gemeinsam.

     

    – Klopfe an Türen, telefoniere, kontaktiere Leute. Verwende keine sozialen Medien zum Organisieren.

     

    – Sei beständig. Wie ein Trommelschlag. Sei pünktlich. Erledige, was du versprochen hast zu tun.

     

    – Schreibe Leute nicht ab, nur weil sie eine negative Haltung gegenüber einer Sache haben. Lass niemanden zurück und vergiss niemanden. Menschen sind kein Verschleißmaterial.

     

    – Wende dich an jene Person(en) in einem Raum, die nicht bereits Autoritätspositionen haben. Zu oft betreten Organizer einen Raum und sprechen mit der Person, die bereits die meisten Machtbefugnisse besitzt.

     

    – Die Macht ist unter den gewöhnlichen Arbeiter*innen an ihrem Arbeitsplatz zu finden, nicht in den Führungsetagen. Bau mit den Leuten an der Basis etwas auf.

     

    – Frag nicht um Erlaubnis.

     

    – Bleibe in engem Kontakt zu den Arbeiter*innen und ihrem Umfeld.

     

    – Arbeite an den Organizing-Fähigkeiten von Schüler*innen. Sprich mit den Schüler*innen, als wären sie Erwachsene oder sogar Gleichaltrige, auch wenn du der*die Lehrer*in bist. Es gilt, echte Bindung aufzubauen. Bring sie zum Lachen.

     

    – Hab keine Angst davor, anderer Meinung zu sein, aber sei nicht rechthaberisch.

     

    – Beziehe die Menschen mit ein und vermittle ein Gefühl des Willkommenseins, indem du dich mit ihnen unterhälst und dich z.B. nach ihren Kindern erkundigst, solche Dinge eben.

     

    – Beschäftige dich nicht zu sehr mit all dem Beiwerk der Organizingarbeit. Poster und Newsletter und Social Media sind toll, aber man bekommt keinen Nachtisch, wenn man vorher nicht sein Gemüse gegessen hat.

     

    – Organisiere die Arbeiter*innenklasse, nicht die Linke.

     

     [:]

  • [:de]Wenn Vermieter*innen drohen…[:]

    [:de]Wenn Vermieter*innen drohen…[:]

    [:de]Es ist allgemein bekannt, dass der Wohnungsmarkt, vor allem in Städten, katastrophal ist. Vermieter*innen versuchen mit unverständlichen und undurchsichtigen Verträgen (soweit vorhanden) und Drohungen mehr und mehr Profit aus uns herauszuziehen.

    Auch Fellow Worker sind immer wieder von solchen Versuchen betroffen. Da wurde jemanden erklärt, dass dies ja kein Mietvertrag sei, sondern ein Nutzungsvertrag und deshalb das Mietrecht keine Gültigkeit habe (Achtung Spoiler! Das ist natürlich Blödsinn). Anderen wurde erklärt, dass sie die Wohnung verlieren, wenn sie ihren Hund nicht weggeben. Ist natürlich auch nicht einfach so möglich.

    Beide Drohungen konnten relativ simpel geklärt werden und plötzlich war ja alles nur ein großes Missverständnis von Seiten der Vermieter*innen. 😉[:]