Logo der Industrial Workers of the World

Die IWW ist eine basisdemokratische, von Arbeiter_innen geführte weltweite Gewerkschaft für alle Arbeiter_innen an allen Arbeitsplätzen.
Engagiert in der Organisierung in unseren Betrieben und unserem sozialen Umfeld.

Gegründet 1905, stehen wir zu unseren Prinzipien, dass die Klasse der Arbeiter_innen und die Klasse der Unternehmer_innen nichts gemeinsam haben und die Ausbeutung durch das Lohnsystem überwunden werden muss.
Durch Organisierung von unten, basierend auf Solidarität, formen wir die neue Gesellschaft in der Schale der Alten.

Nächste Veranstaltungen

Neuigkeiten

  • [:de]Kämpferisch trotz Vertrag![:]

    [:de]Kämpferisch trotz Vertrag![:]

    [:de]Der Kollektivvertrag für Fahrradbot:innen hat Verbesserungen gebracht.
    Gründe dafür, sich dennoch zu organisieren, gibt es viele.

     

    Überall, wo man hinsieht, sieht man bunte Rucksäcke, die durch die Gegend sausen.
    Die Rede ist von Fahrradbot:innen, die seit Jahren das Stadtbild farbenfroh mitprägen.
    Als erfolgreichste Unternehmen unter den Essenszustellern haben sich
    Lieferando und Mjam etabliert,
    die in manchen Städten sogar die Konkurrenz verdrängt haben.
    Während das Jahr 2020 für einige Unternehmen das finanzielle Aus bedeutete,
    konnten diese beiden Unternehmen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation
    deutliche Gewinne verbuchen.
    Sogar bei Großveranstaltungen wie der Fußball-Europameisterschaft
    konnte sich Lieferando Werbeflächen kaufen.
    Mjam wiederum etablierte seit Anfang dieses Jahres
    österreichweit eigene Online-Supermärkte.
    Bei solchen wirtschaftlichen Erfolgen könnte man meinen,
    dass die Angestellten auch etwas davon haben.
    Jedoch ist es so wie immer:
    den Arbeiter:innen bleiben lediglich ein paar trockene Brösel vom saftigen Kuchen übrig.

    Leichte Verbesserungen

    Im Jänner 2020 gelang es dem ÖGB nach langen Verhandlungen den weltweit ersten Kollektivvertrag
    für Fahrradbot:innen einzuführen. Dieser beinhaltet einen festgeschriebenen Mindestlohn,
    Urlaubs- und Krankengeld,
    Kilometergeld für Fahrradreparatur, geregelte Ruhezeiten und weitere Verbesserungen.
    Davor wurden die Bot:innen nur nach Auftrag bezahlt. Das bedeutete im Falle von Auftragsmangel oder
    Arbeitsunfähigkeit weniger bis kein Einkommen.
    Auch mussten die Kosten für Fahrradreparaturen
    selbst übernommen werden.
    Spricht man mit LieferandoAngestellen, wie wir es etwa in Salzburg gemacht haben,
    zeigt sich zwar eine Wertschätzung des Kollektivvertrags, jedoch besteht weiterhin Unzufriedenheit.
    Kritisiert wird vor allem, dass es keine Sonn- und Feiertagszuschüsse gibt, obwohl diese Tage in der Branche
    am meisten Gewinn bringen. Auch wird das Kilometergeld von 24 Cent pro gefahrenem
    Kilometer
    als zu wenig bemängelt, um regelmäßige Reparaturen zu bezahlen.
    Dies liegt vor allem daran, dass die Definition
    von „gefahrenem Kilometer“ vom Arbeitgeber vorgegeben wird und
    es vor allem während der warmen Jahreszeit
    weniger Aufträge gibt.
    Ein weiteres Problem ist, dass manche Unternehmen den Kollektivvertrag umgehen,
    indem sie ihre Angestellten als Freie Dienstnehmer:innen anstellen. Für diese Bot:innen gilt der
    Kollektivvertrag nicht.
    Sie arbeiten unter denselben prekären Verhältnissen wie zuvor.

    Organizing-Herausforderungen

    Da es meist keine Firmenzentrale gibt, in der sich die Belegschaft kennenlernen und untereinander
    austauschen könnte, und da es zusätzlich noch eine starke Fluktuation gibt,
    gilt die Branche als schwierig zu organisieren. Um eine Plattform zur gegenseitigen Vernetzung zu schaffen,
    hat die IWW Salzburg im September zwei Veranstaltungen organisiert. Am 10. September gab es zusammen
    mit dem Riders Collective ein Alleycat (Schnitzeljagd am Fahrrad)
    zum Thema Arbeitsrecht für Fahrradbot:innen.
    Zwei Wochen darauf veranstalteten wir eine Pay-as-youcan-Bike-Kitchen im Stadtteil Lehen.
    Die Spendeneinnahmen unserer Bike Kitchen, gingen an die streikenden Fahrradbot:innen in Berlin,
    die Anfang Oktober von ihrem Arbeitgeber Gorillas gekündigt worden waren. Der Arbeitskampf bei Gorillas zeigt,
    dass der Kampf
    um bessere Arbeitsbedingungen der Fahrradbot:innen noch lange nicht vorbei ist.

    Wo auch immer auf der Welt sich Bot:innen gegen die Schikanen ihrer Arbeitgeber zur Wehr
    setzen, werden wir entschlossen mit dabei sein –  oder auch wenn wir in ganz anderen Branchen
    arbeiten – unseren kämpfenden Kolleg:innen solidarisch zur Seite stehen.

    Denn ein Erfolg für eine:n ist ein Erfolg für uns alle!

     

     

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  • [:de]SOLID! 2/2021 erschienen[:]

    [:de]SOLID! 2/2021 erschienen[:]

    [:de]Bevor das Jahr endet, gibts noch eine Ausgabe unserer Flugschrift SOLID!, und zwar hier online oder per Post in gedruckter Form. Wer letzteres möchte, muss uns nur eine kurze Nachricht schicken!

    Aus dem Inhalt:

    – Kämpferisch trotz KV – zur Situation von Fahrradbot:innen

    Shift Change DC – Interview mit einem Organizer der IWW Washington DC

    – Kurzmeldungen, Rezension etc.

    Wir wünschen gute Lektüre!

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  • [:de]IWW Salzburg: Solidarische Bike Kitchen[:en]IWW[:]

    [:de]IWW Salzburg: Solidarische Bike Kitchen[:en]IWW[:]

    [:de]

    [English Text below]
    Lästiges Quietschen, die Räder laufen nicht mehr ganz so rund und die Bremsen sind auch nicht mehr wirklich zuverlässig. Wer öfters unterwegs ist wird früher oder später Verschleiß am eigenen Fahrrad feststellen. Fahrradbot:innen, sehen sich durch den erhöhten Einsatz ihres Fahrrads um einiges häufiger damit konfrontiert. Um den Reparaturkosten etwas entgegenzuwirken wurde im Kollektivvertrag eine Pauschale von 24 Cent pro gefahrenem Kilometer festgelegt. Trotz dieser Pauschale gehen regelmäßige Reparaturen aufs Geld. Mit unserer Bike Kitchen möchten wir leistbaren Zugang zu Fahrradreparaturen ermöglichen. Auch wenn du zurzeit nicht als Fahrradbot:in angestellt bist, kannst du gerne dein Fahrrad vorbeibringen. Unsere Bike Kitchen läuft nach dem Pay-as-you-can Prinzip. Das bedeutet, dass du für die Reparatur so viel zahlst wie du möchtest.
    Am 25.9 sind wir zwischen 15 und 18 Uhr bei der Neuen Mitte Lehen und schrauben gemeinsam mit euch an euren Fahrrädern.
    Annoying squeaks, the wheels are out-of-true, and the breaks are not as reliable as they used to be. Everyone who cycles regularly is sooner or later confronted with wear and tear on their bike. Bike Messengers see themselves confronted more often since they use their bikes a lot more. As a way to counteract, a kilometre allowance of 24 cents was introduced as part of the collective bargaining agreement. Even with kilometre allowance, having your bike repaired on a regular basis costs a lot of money. With our bike kitchen we want to give everyone access to affordable bike repair. You can come over and bring your bike even if you are not employed as a bike messenger. Our Bike Kitchen is pay-as-you-can, which means you decide what you pay for the repair.
    On the 25th of September we will be at Neue Mitte Lehen from 3 to 6 pm helping you fix your bike.

    [:]

  • [:de]IWW Salzburg: Alleycat Ride for you rights[:]

    [:de]IWW Salzburg: Alleycat Ride for you rights[:]

    [:de][:de]

    Am 10.9 veranstalten wir in Salzburg gemeinsam mit dem
    Riders Collective das nächste Ride for your Rights Alleycat.
    Schnappt euch euer Rad und kommt vorbei! ✊ 🚴‍♀️🚴

    Alleycats sind Schnitzeljadgen auf dem Fahrrad, die auf eine spielerische Weise versuchen den Kurieralltag darzustellen. Ziel des Rennens ist es alle vorgegebenen Punkte, sogenannte Checkpoints, abzufahren um dort bestimmte Aufgaben zu lösen.
    Mit unseren Fight for your Rights Alleycats versuchen wir einerseits eine Plattform für Fahrradbot:innen zu schaffen um sich untereinander Auszutauschen andererseits wollen wir Bot:innen auf Ihre Rechte aufmerksam machen und zeigen was gemeinsames Organisieren am Arbeitsplatz alles möglich macht.
    Denjenigen die nicht in der Branche beschäftigt sind, soll mit unserem Alleycat der Arbeitsalltag und die derzeitige Situation der Bot:innen näher gebracht werden.
    Schnapp dir dein Fahrrad und schau am 10.9 um 18:30 ins Atelier in der Elisabethstraße 11 und fahr mit uns durch Salzburg.

    Alleycats are racing games on a bicycle, that try to replicate the daily working environment of bike messengers. The goal of the game is to reach all designated spots, so called checkpoints, where certain tasks have to be performed.
    With our Fight for your Rights Alleycats we want to create a platform for bike messengers to get togehter and exchange with each other. We also want to show messengers what rights they have and what benefits organising at work can have.

    It is also our goal to give everyone who is currenty not working in this branch an understanding of the current situation for bike messengers.

    Grab your bike and come on over to the Atelier Elisabethstraße 11 on the 10th of September at 6:30 pm and ride with us through Salzburg.

    [:][:]

  • [:de]Neue IWW Ortsgruppe gegründet[:]

    [:de]Neue IWW Ortsgruppe gegründet[:]

    [:de]In Vorarlberg hat sich eine neue Ortsgruppe der IWW gegründet. Ihr könnte unsere Fellow Worker nun auch direkt per Mail erreichen unter vlbg@iww.or.at. Keine Ortsgruppe in der Nähe? Eure Fellow Worker unterstützen euch beim Aufbau, einach melden.[:]

  • [:de]Worker Center aufbauen![:]

    [:de]

    Die IWW startet in Ottakring ein Worker Center. Noch steht das Projekt ganz am Anfang, doch schon im Laufe dieses Jahres soll einiges dort passieren

    Selbstorganisierung und Organizing stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten der IWW. Unsere Mitglieder eignen sich in Trainings die notwendigen Fähigkeiten an, um sich an ihrem Arbeitsplatz zusammen mit ihren Kolleg:innen zu organisieren und gemeinsam ihre Interessen gegenüber den Unternehmer:innen durchzusetzen. Doch Selbstorganisation beschränkt sich nicht auf Betriebe. In allen Lebensbereichen – ob im Mietshaus, in dem wir wohnen oder im Stadtviertel, in dem wir leben und unsere Freizeit verbringen, ist es notwendig, dass wir uns mit anderen zusammenzuschließen. Denn auch dort können wir Verbesserungen für uns alle durch solidarische Zusammenarbeit erreichen.
    Neben den Fähigkeiten, um uns zu organisieren, brauchen wir Räume, in denen wir uns treffen können – egal ob wir bereits Teil einer Organisation sind oder nicht. Einen solchen Raum wollen wir als IWW in den kommenden Monaten und Jahren aufbauen.

    Raum der Vernetzung …

    Im Mai 2018 veröffentlichte Torsten Bewernitz in der Zeitschrift Analyse & Kritik den Artikel „Über die Gewerkschaft hinaus“, ein Plädoyer dafür, sogenannte Worker Center aufzubauen. Konkret geht es darum, ein räumliches Angebot zu schaffen, um niederschwellig Zugang zu gewerkschaftlicher Organisierung zu finden.
    Dieser Raum soll neben gewerkschaftlicher Erstberatung auch und vor allem ein Raum der Vernetzung, des Zusammenkommens und Ort einer gemeinsamen Kultur sein. Vor allem mit der lokal umliegenden Nachbarschaft soll in Austausch getreten und Selbstorganisierung damit vorangetrieben werden.
    Worker Center sollen bestenfalls unterscheidliche politische Initiativen beherbergen, die den Anspruch teilen, die bereits politisierte Blase verlassen zu wollen. Hier könnten Menschen sich im Alltag gegenseitig unterstützen, gemeinsam politisch weiterbilden, kulturellen Austausch pflegen, Filmabende oder Straßenfeste organisieren. Kurz: Zusammenkommen und zusammen handeln.

    … und der Selbstorganisation

    Der Unterschied zu Konzepten wie Nachbarschaftszentren liegt darin, dass das Worker Center keine entpolitisierte Grätzeloase sein will, sondern im Zentrum vor allen Dingen eins steht die Erfahrung von Solidarität. Die Idee ist keineswegs neu. Proletarische Räume, Orte dieser Art, gab es schon zur Entstehungszeit der Arbeiter:innenbewegung. Im Italien der 1960er und 1970er Jahre, als die Autonomia-Bewegung sich auf einem Höhenflug befand, enstanden zahlreiche „centri sociali“, von denen einige bis heute existieren. Und auch heute knüpfen etwa das Lucy-Parson- Center unserer Fellow Wobblies in den USA oder Projekte wie „Wilhelmsburg Solidarisch“ erfolgreich an diese Idee an.

    Langsam vorantasten

    Als IWW Wien sind wir seit Jahresbeginn Mitglied im Volxclub, einem Raum am Familienplatz 6, den wir gemeinsam mit der KPÖ, den Jungen Linken, der Roten Hilfe Wien und anderen bespielen. Im Herzen Ottakrings gelegen, leicht zugänglich, ausgestattet mit zwei nett eingerichteten Räumen, Barbereich und Küche, bietet dieses Gassenlokal gute Voraussetzungen für solch ein Projekt. Auch die Nutzungspläne der anderen Gruppen, etwa die selbstorganisierte kostenlose Nachhilfe der Jungen Linken, klingen vielversprechend. Solche Ansätze könnten, kombiniert mit unserer Gewerkschaftsarbeit, eine Basis dessen bilden, was unter dem Modebegriff „neue Klassenpolitik“ vielerorts diskutiert wird: eine Ausrichtung der Politik auf praktische Organisierung der Arbeiter:innenklasse fernab jeder Szenesubkultur. Sie kann Stadtteilarbeit im besten Sinne sein und Arbeiter:innen aus der direkten Umgebung zusammenbringen, die sich anhand verschiedener sozialer Fragen organisieren – seien es Kindererziehung, Mieter:in- nenkämpfe, Zurückdrängung fundamentalistischer Milieus oder Arbeitskämpfe.
    Das Projekt ist derzeit in der Planungsphase und selbstver- ständlich wie die meisten Projekte durch Corona gebremst. Zudem wird es auch nach der Pandemie bewusst langsam, sich vorantastend, anlaufen. Als ersten Schritt wollen wir im Volxclub ab etwa Mitte Sommer monatlich unsere gewerkschaftliche Erstberatung anbieten und zudem unser dortiges Bücherregal, Teil einer gemeinsamen Bibliothek des Vereins, aufstocken. Wir freuen uns, wenn einige Fellow Worker Lust haben, sich am Projekt zu beteiligen, aber auch, wenn andere Initiativen Ähnliches aufbauen. In diesem Sinne: Schaffen wir ein, zwei, viele Worker Center!

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  • [:de]SOLID! 1/2021 erschienen[:]

    [:de]SOLID! 1/2021 erschienen[:]

    [:de][:de]Frisch aus der Druckerpresse – und natürlich auch online: die neue Ausgabe unserer Flugschrift SOLID!

    Wenn du die SOLID! gedruckt in Händen halten willst, schreib uns! Wir schicken dir gern eins oder mehrere Exemplare zu.

    Themen dieser Ausgabe:

    – Worker Center in Ottakring
    – Aktuelle Klassenkämpfe in Österreich und weltweit
    – Sexismus am Arbeitsplatz
    – Gesetzliche Regelung von Homeoffice
    – Nachruf Anne Feeney[:][:]

  • [:de]Kleine Erfolge, langer Atem[:]

    [:de]Kleine Erfolge, langer Atem[:]

    [:de]Wir werden oft gefragt, was wir eigentlich so machen. Was das bedeutet, sich in der IWW zu organisieren, und was das konkret bringt. Die Antwort auf diese Fragen ist ganz einfach: kurzfristig bringt die Mitgliedschaft in unserer Gewerkschaft unmittelbare und bedingungslose Unterstützung bei Konflikten mit Chef*innen oder anderen Personen, die dir das Leben schwer machen. Gut, wenn dein Nachbar zu laut Musik hörst, musst du damit schon selbst klar kommen – aber wenn dein Boss, deine Vermieterin oder ein paar Polizeibeamt*innen dir Probleme machen, kommen wir ins Spiel. Vor einigen Monaten etwa wollte der Boss einer Fellow Workerin sie während des Krankenstands kündigen. Das Arbeitsrecht wäre sogar auf seiner Seite gewesen, und ÖGB oder AK hätten unserer Kollegin wohl nur alles Gute für die Arbeitssuche gewünscht. Wir nicht. Wir haben zusammen mit der Betroffenen bei ihrem Chef interveniert. Das hat gewirkt, und die Kündigung wurde zurückgenommen. Es ist nicht immer so einfach, aber erstaunlich oft.

    Es bringt etwas, sich zu wehren, und die IWW ist auf deiner Seite, wenn du dich wehrst. Bei uns sind Leute dabei, die in unterschiedlichen Branchen arbeiten und vielfältige Erfahrungen mit Arbeitskämpfen und kleineren Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten und Chef*innen haben. Mit diesen Erfahrungen im Hintergrund unterstützen wir einander gegenseitig. Das ist der kurzfristige Nutzen einer Mitgliedschaft in der IWW. Der langfristige Nutzen ist auch schnell zusammengefasst: du wirst in einer befreiten Gesellschaft leben! Zugegeben, die Weichen stehen grad nicht direkt in diese Richtung, aber wir arbeiten sehr hart daran, diese umzulenken. Und wir haben einen langen Atem. Gemeinsam schaffen wir es schneller![:]

  • [:de]Zum 1. Mai und Ankündigung in eigener Sache[:]

    [:de]Zum 1. Mai und Ankündigung in eigener Sache[:]

    [:de]Wir wünschen allen Fellow Workers, Genoss:innen und Kolleg:innen einen kämpferischen 1. Mai!

    Jedes Jahr ist Krisenjahr, aber seit dem Beginn des Seuchenkapitalismus haben sich die realen Arbeitsbedingungen vieler Menschen massiv verschlechtert, hinzu kommen unzählige Arbeitslose. Begleitet wird das ganze von psychischen Folgen dieser permanenten Endzeitstimmung, eine gesellschaftliche Stimmung zwischen Ausnahmezustand, Ermüdung und Aussichtslosigkeit. Auch die wirtschaftlichen Folgen werden uns wohl noch lange begleiten und wie üblich auf dem Rücken von uns Arbeiterinnen ausgetragen. Mit dem Kapitalismus hat die Pandemie einen denkbar fruchtbaren Boden zur Ausbreitung gefunden: Profitinteressen verunmöglichen, das ist offensichtlich geworden, eine vernünftige und wirksame Bekämpfung von Covid. Patentrechte, diese wortwörtlich Leichenberge verursachende Grausamkeit, werden den (meisten) Bewohnerinnen des globalen Südens noch Jahre die Impfung verweigern. So weit, so schlecht.

    Wir gehen dennoch, eigentlich auch gerade deshalb, wieder zum heutigen Ersten Mai auf die Straße, um unseren Widerspruch zu diesem System zu demonstrieren. Um 12 Uhr treffen ein paar von uns sich mit anderen wütenden Arbeiter:innen bei der U3 Station Ottakring, um die Mayday-Parade zu begehen. Wir freuen uns, euch alle dort zu sehen! Danach geht es gemeinsam zum Keplerplatz, wo ab 14 Uhr ein Straßenfest stattfindet.

    IWW ist jetzt IWW Plus?

    Nicht ganz, aber wir möchten den Anlass tatsächlich nutzen, um eine kleine Verkündung in eigener Sache zu machen: die „IWW Wien“ heißt künftig „IWW in Österreich“. Dieses Ergebnis einer kleinen Strukturreform soll dem erfreulichen Umstand gerecht werden, dass wir in den meisten Bundesländern aktive Mitglieder haben und diese österreichweite Verteilung auch in unserem Namen bzw. auf unseren social-media-Plattformen sichtbar machen wollen. Neben Wien haben wir außerdem auch in Salzburg und Innsbruck aktive Wobblies. Das Wachstum der IWW in Österreich letzten zwei Jahre ist beinahe exponentiell! Der Kurs stimmt!

    Außerdem haben wir ein neues Zuhause in Wien gefunden: wir sind seit Jahresbeginn Mitglied im Verein Volxclub! Am Familienplatz 6 in Ottakring teilen wir uns die schönen Räumlichkeiten gemeinsam mit anderen linken Organisationen (Junge Linke, KPÖ, Rote Hilfe Wien) und den Vereinsmitgliedern. Hier wollen wir gewerkschaftliche Erstberatung anbieten, im Barbereich hin und wieder „Wobblies im Pub“ veranstalten und unsere Bibliothek aufstocken. Über unsere Raumpläne erfahrt ihr in der bald erscheinenden nächsten Ausgabe der SOLID! mehr.

    In der Hoffnung, euch alle hoffentlich bald im Volxclub begrüßen zu können wünschen wir euch zum Abschluss noch einmal einen guten Ersten Mai! Alle Mitglieder lesen in Kürze in der SOLID! von uns. Allen anderen legen wir ans Herz, den revolutionären 1. Mai zum Anstoß zu nehmen, sich zu organisieren: am besten in der stabil antikapitalistischen, globalen Basisgewerkschaft der Industrial Workers of the World.[:]

  • [:de]Staat, Polizei und die Verteidigung der Klasse[:]

    [:de]Staat, Polizei und die Verteidigung der Klasse[:]

    [:de] 

    Die aktuellen Repressionsschläge gegen Antifaschist*innen in Wien sollten, so unser Plädoyer, nicht zu einem Anrufen des Staates nach „mehr Gerechtigkeit“, ebenso wenig zu Zynismus oder Resignation führen, sondern uns als Teil der sozialen – auch antifaschistischen – Bewegungen zum Selbstschutz und zur Solidarität anregen.

    Die bürgerliche Demokratie ist ein Herrschaftsverhältnis; ihr Staat, ihre Justiz, ihre Polizei sind Instrumente der herrschenden Klasse zur möglichst reibungslosen Durchführung und Aufrechterhaltung der kapitalistischen Produktion. Es sollte deshalb also nicht empören (und trotzdem verärgern), wenn der Staat gegen Aktivist*innen und Organisierungen vorgeht, die (vermeintlich) genau sein Ziel zu sabotieren versuchen oder sich (völlig zu Recht) den Handlungsspielraum politischer Aktionen nicht vom Gesetzgeber einschränken lassen.

     

    A Cop is not a Comrade

    Auf unserer letzten Mitgliederversammlung beschlossen wir, mehr als symbolischen Akt denn als realistische Prävention, die kategorische Unvereinbarkeit einer Mitgliedschaft von Polizist*innen (und Justizwachen) in der IWW. Wir ziehen damit eine Linie, die aktuell speziell in den USA und eine Debatte um sogenannte Polizeigewerkschaften notwendigerweise von sämtlichen vernünftigen Fellow Workers gezogen wurde: die Tätigkeit als Polizeibeamte*r ist nun einmal, da hat die Landespolizeidirektion ausnahmsweise nicht Unrecht, tatsächlich „mehr als ein Beruf“. Wer aktiv entscheidet, sich als gewalttätiger Arm des bürgerlichen Staates in den Dienst des Erhalts kapitalistischer Verhältnisse zu stellen, ist prinzipiell kein Fellow Worker. Dass außerdem Korpsgeist, rassistische Denkmuster und nicht selten auch faschistische Einstellungen im Polizeiapparat weit verbreitet sind, belegen neben zahlreichen Studien auch die konkreten Erfahrungen von Obdachlosen, People of Color oder linken Aktivist*innen. Abseits einer emotional richtigen (und wichtigen) Antipathie gegen Polizeibeamt*innen braucht es auch das grundlegende Verständnis, dass die Polizei, wenn sich die Situation eines Tages zuspitzt, auf der anderen Seite der Barrikade stehen wird. Das tat sie historisch immer und wird sie immer tun, ist es doch ihr essentieller Zweck.

     

    Worin unsere Stärke besteht: Solidarität!

    Das Vorgehen von Polizei und Justiz gegen linke Bewegungen hinterlässt neben unmittelbaren Folgen, wie physische Verletzungen, Stress oder Jobverlust nicht selten auch langfristige Schäden wie psychische Traumata oder finanzielle Notlagen. Weil Solidarität die stärkste Waffe der Bewegung ist, weil sie den einzig gangbaren Weg aus der Vereinzelung ebnet und weil es der Hebel zur emanzipatorischen Veränderung ist, individuelle Probleme kollektiv zu bekämpfen, schufen sich bereits vor hundert Jahren Rechtshilfefonds, Hilfekassen und Vereine, wie die Rote Hilfe. Durch regelmäßige Spenden konnten so Anwaltskosten beglichen werden, ohne dass einzelne Genoss*innen in den finanziellen Ruin getrieben wurden. Vor wenigen Jahren hat sich in Wien die neugegründete Rote Hilfe bewusst in die Tradition ihrer gleichnamigen Vorgängerin der 1920er Jahre gestellt und verfolgt das Ziel, als strömungsübergreifende Solidaritätsorganisation einen wichtigen Beitrag zur Bewegung zu leisten. Seit mehr als einhundert Jahren arbeitet und wirkt die IWW nach ihrem Motto „an injury to one is an injury to all“. Die Solidarität mit kämpfenden Arbeiter*innen, ungeachtet ihrer juristischen „Schuld“, ist auch unsere politische Mission. Mit Nachdruck rufen wir deshalb all unsere Genoss*innen und Fellow Workers auf:
    Werdet Mitglied der Roten Hilfe Wien! Solidarity Forever!

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