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Die IWW ist eine basisdemokratische, von Arbeiter_innen geführte weltweite Gewerkschaft für alle Arbeiter_innen an allen Arbeitsplätzen.
Engagiert in der Organisierung in unseren Betrieben und unserem sozialen Umfeld.

Gegründet 1905, stehen wir zu unseren Prinzipien, dass die Klasse der Arbeiter_innen und die Klasse der Unternehmer_innen nichts gemeinsam haben und die Ausbeutung durch das Lohnsystem überwunden werden muss.
Durch Organisierung von unten, basierend auf Solidarität, formen wir die neue Gesellschaft in der Schale der Alten.

Nächste Veranstaltungen

Neuigkeiten

  • [:de]Streik der Arbeitnehmer*innen des ASB Wien WSD![:]

    [:de]Streik der Arbeitnehmer*innen des ASB Wien WSD![:]

    [:de]

    Warum streiken wir am 08.11.2022?

    In den letzten Wochen haben Gewerkschaft und der Verband der österreichischen Sozial- und Gesundheitsunternehmen (SWÖ) einen neuen Kollektivvertrag verhandelt. Bei der letzten Verhandlungsrunde am 19.10.2022 der Gewerkschaft für Privatangestellten (GPA) der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft VIDA und der „Sozialwirtschaft Österreich – SWÖ“ konnte keine Einigung gefunden werden.

    Die Gewerkschaften hatten eine Erhöhung der Gehälter um 15% gefordert. Außerdem sollte die Erhöhung mindestens € 350,- brutto bei einer Vollzeitanstellung ausmachen.
    Das Gegenangebot der SWÖ-Unternehmen war eine Erhöhung um 7,5% und mindestens € 150,- brutto mehr bei einer Vollzeitanstellung.
    Bei den Verhandlungen geht es aber auch um eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche, ohne Kürzungen der Gehälter. Die Gewerkschaften fordern außerdem eine bessere Anrechnung von Vordienstzeiten, eine Verdoppelung der Flexibilisierungszuschläge und Zuschläge auf alle Mehrstunden bei Teilzeitanstellungen (fast alle von uns arbeiten Teilzeit).

    Wenn Beschäftigte in Verhandlungen nichts erreichen, können sie protestieren und so den Druck erhöhen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Unterschriftenlisten, Kundgebungen, Fotoaktionen, Demonstrationen und eben einen Streik.

    Bei unserer Betriebsversammlung am 19.10.2022 beschloss eine Mehrheit, dass wir am 08.11.2022 von 12.00 bis 17.00 Uhr streiken. Außerdem wurde beschlossen, die Betriebsversammlung am 08.11.2022 von 10.00 bis voraussichtlich 17.00 Uhr fortzusetzen.

    Das Ziel ist mehr Geld und weniger Arbeitsbelastung für alle Beschäftigten in der Sozialwirtschaft. Denn die steigenden Preise und der Stress belasten uns alle!

    Es sind auch Wobblies am Streik beteiligt.

    Solidarität ist herzlich willkommen: Es gibt eine Demo am 8.11. um 14:30h, Treffpunkt Christian Broda Platz (U3 Westbahnhof).

     [:]

  • [:de]Die Solidarische Bike Kitchen ist zurück![:]

    [:de]Die Solidarische Bike Kitchen ist zurück![:]

    [:de]Lästiges Quietschen, die Räder laufen nicht mehr ganz so rund und die Bremsen sind auch nicht mehr wirklich zuverlässig. Wer öfters unterwegs ist wird früher oder später Verschleiß am eigenen Fahrrad feststellen. Fahrradbot:innen, sehen sich durch den erhöhten Einsatz ihres Fahrrads um einiges häufiger damit konfrontiert. Um den Reparaturkosten etwas entgegenzuwirken wurde im Kollektivvertrag ein Kilometergeld festgelegt. Trotz dieser Pauschale gehen regelmäßige Reparaturen aufs Geld. Mit unserer Bike Kitchen möchten wir leistbaren Zugang zu Fahrradreparaturen ermöglichen. Auch wenn du nicht als Fahrradbot:in angestellt bist, kannst du gerne dein Fahrrad vorbeibringen. Unsere Bike Kitchen läuft nach dem Pay-as-you-can Prinzip. Das bedeutet, dass du für die Reparatur so viel zahlst wie du möchtest.

    Am 29.10 sind wir zwischen 14 und 18 Uhr bei der Neuen Mitte Lehen und schrauben gemeinsam mit euch an euren Fahrrädern.

    Annoying squeaks, the wheels are out-of-true, and the breaks are not as reliable as they used to be. Everyone who cycles regularly is sooner or later confronted with wear and tear on their bike. Bike Messengers see themselves confronted more often since they use their bikes a lot more. As a way to counteract, a kilometre allowance was introduced as part of the collective bargaining agreement. Even with kilometre allowance, having your bike repaired on a regular basis costs a lot of money. With our bike kitchen we want to give everyone access to affordable bike repair. You can come over and bring your bike even if you are not employed as a bike messenger. Our Bike Kitchen is pay-as-you-can, which means you decide what you pay for the repair.

    On the 29th of October we will be at Neue Mitte Lehen from 2 to 6 pm helping you fix your bike.[:]

  • [:de]Gemeinsam gegen Teuerungen[:]

    [:de]Gemeinsam gegen Teuerungen[:]

    [:de]Hast auch du Schwierigkeiten, über den Monat zu kommen oder machst dir jetzt schon Sorgen vor der nächsten Rechnung?
    Du arbeitest immer mehr und am Ende reicht es trotzdem nicht?
    Dir liegt etwas Gerechtigkeit und Solidarität?
    Du hast eine Idee, wie wir diese Worte Praxis werden lassen können?
    Möchtest du dich mit anderen zu sozialen Problemen austauschen?

    Dann komm am 26. Oktober ab 19:00 in den Stadtteiltreff Reichenau (Innsbruck). Nach einem kleinen thematischen Vortrag wollen wir uns gemeinsam die Frage stellen:

    Warum wird alles teurer und was können wir dagegen tun?

    Weitere Infos gibt es hier![:]

  • [:de]Zum Tag der Pflege[:]

    [:de]Zum Tag der Pflege[:]

    [:de]Zum Tag der Pflege möchten wir einen Erfahrungsbericht in Gedichtform eines unserer Mitglieder,
    das in Salzburg als Kindergärtnerin arbeitet, teilen. Mit ihrem Gedicht möchte sie einerseits einen Einblick in ihren
    Arbeitsalltag geben und andererseits die Zustände sowie die ungerechte Entlohnung in ihrem Beruf anprangern.

    Warum wird mir im Kindergarten keine Gefahrenzulage bezahlt?

    Montags
    fiel mir beim Wickeln eines Kleinkindes ein Körnchen eingetrockneten Kotes in mein rechtes Augen.
    Dienstags
    wurden Fälle der Mundfäulnis in der Gruppe gemeldet. Wir werden aufgefordert, uns zu schützen, doch niemand sagt uns wie.
    Mittwochs
    tapste ein 3-Jähriges auf mich zu und erbrach auf meine geringelten Wollsocken.
    Donnerstags
    fing ich eine zusammenbrechende Mutter auf, die nicht mehr weiß, wie sie ihr Kind lieben soll.
    Freitags
    kreischte ein Bub, voller Inbrunst in mein linkes Ohr.
    Die anknüpfende Taubheit erinnert mich
    Samstags und Sonntags
    an die Freuden meiner Arbeit.
    [Achtung: Es folgt der obligatorische Reim!]
    Doch in mir wühlt und klingt und schallt die Frage:
    Weshalb bekomme ich keine Gefahrenzulage?

     

     [:]

  • [:de]Schreibwerkstatt „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:en]Writing workshop „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:]

    [:de]Schreibwerkstatt „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:en]Writing workshop „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:]

    [:de]

    Auch wenn wir es vielleicht nicht wahr haben wollen, aber einen großen Teil unseres Alltags verbringen viele von uns am Arbeitsplatz. Einige Geschichten die wir uns untereinander bei einem Getränk an der Bar oder in kleiner Runde zu Hause erzählen, hängen mit unserer Lohnarbeit zusammen. Manchmal handeln diese von negativen, aber durchaus auch von positiven
    und erheiternden Erlebnissen.
    Viel zu selten werden diese Geschichten, die uns untereinander einen besseren Einblick in den Alltag und die Verhältnisse in den verschiedenen Branchen geben würden, verschriftlicht.
    Daher möchten wir mit unserer Schreibwerkstatt einen Raum für alle schaffen um Erfahrungen aus der Arbeit festzuhalten und falls gewollt mit anderen zu teilen.
    Also kommt am 30.4 um 17:30 in die Academy Bar (Franz-Josef-Straße 4. 5020), schnappt euch Stift und Papier und schreibt einfach los.
    Wir freuen uns auf Euch!
    IWW Salzburg – die solidarische Gewerkschaft

    [:en]

    Even if we don’t want to admit it, most of our every day life is spent at our workplace. A lot of the stories we share with each other at the bar counter or at home in small settings have something to do with wage labour. Some of those stories are about negative but also positive and amusing experiences.
    These kind of stories would give a better insight about the situations in all the different industries, but unfortunately they rarely get written down. With our writing workshop we want to establish a space for everyone to write down and, if wanted, share their experiences from their workplace.
    Come on over to the Academy Bar (Franz-Josef-Straße 4, 5020) on the 30th April at 5:30pm, grab a pen and some paper and start writing.
    We are looking forward to seeing you!
    IWW Salzburg – The One Big Union

    [:]

  • [:de]101 Organizing Training in Innsbruck[:]

    [:de]101 Organizing Training in Innsbruck[:]

    [:de] 

    Die Ortsgruppen Vorarlberg, Innsbruck und Salzburg haben sich zusammengetan um allen Mitgliedern in Österreich und Umgebung nach längerer Zeit wieder ein 101 Organizing Training zu ermöglichen.

    In diesem zweitägigen Training werden von erfahrenen Trainer*innen der IWW die Grundlagen des Organizings vermittelt. Z.B. Wie komme ich ins Gespräch mit Kolleg*innen? Was sind die wichtigsten Themen bei mir am Arbeitsplatz? Wie baue ich Vertrauen auf? Wie achte ich auf meine persönlichen Ressourcen und vor allem wie funktioniert erfolgreiches organisieren am Arbeitsplatz?

    Die Trainingstage finden am 14. Mai zwischen 9:30 und 17 Uhr und am 15. Mai zwischen 10 und 16:30 Uhr im Il Corvo (Mozartstraße 12, 6020 Innsbruck) statt. Nach beiden Trainings werden wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen ausklingen lassen. Solltet ihr Kostenersatz für die Anfahrt und das Abendessen benötigen, können die Kosten von der IWW übernommen werden.
    Natürlich stellen wir euch auch gemütliche Schlafplätze bei Fellow Workers zur Verfügung. Auch gibt es die Möglichkeit ein kleines Hotelzimmer für euch zu buchen, falls ihr dies aus gesundheitlichen oder anderen Gründen benötigen solltet.

    Da aus organisatorischen Gründen die Plätze beschränkt sind, können sich Interessierte unverbindlich bei ibk@iww.or.at unter Angabe folgender Infos anmelden:

    -Name
    -X-Nummer (Mitgliedsnummer)
    -Ortsgruppe
    -Email Adresse
    -Wann reist ihr an bzw. ab?
    -Habt ihr bereits ein 101 Training absolviert?
    – Benötigt ihr folgendes?: •Schlafplatz •Fahrtkostenersatz •Kostenübernahme Abendessen
    -Habt ihr Bedürfnisse die wir in unsere Planung miteinbeziehen müssen? (z.B. Barrierefreiheit, Allergenfreies Essen, etc..)

     [:]

  • [:de]#8M[:]

    [:de]#8M[:]

    [:de]„Wir sind die Sklavinnen der Sklaven. Wir werden noch rücksichtsloser ausgebeutet als die Männer“, sagte Lucy Parsons, eine der Mitbegründer:innen der IWW, vor etwa einem Jahrhundert. Viel hat sich an dieser Situation nicht geändert. Die grundlegenden Dinge sind bekannt: immer noch bekommen Frauen weltweit weniger Lohn für gleiche Arbeit; hinzu kommen sexuelle Ausbeutung, Alltagssexismus, Mehrfachbelastungen erziehender Frauen …

    Als Zusammenschluss kämpferischer Arbeiter:innen versuchen wir unseren Teil zur Emanzipation aller arbeitenden und arbeitslosen Menschen beizutragen. Dabei ist uns aber täglich bewusst, mit welch unterschiedlichen Herausforderungen, Ausbeutungsformen und Diskriminierungen Menschen unterschiedlicher Geschlechtszugehörigkeit im Alltag konfrontiert sind. Unsere Mitglieder unterstützen wir bei den großen und kleinen Auseinandersetzungen. Je mehr wir sind, desto schlagkräftiger wird diese Unterstützung.[:]

  • [:de]No war but class war![:]

    [:de]No war but class war![:]

    [:de]„Im Laufe der Geschichte wurden Kriege geführt, um zu erobern und zu plündern. Im Mittelalter, als die Feudalherren, die die Burgen bewohnten, deren Türme noch immer entlang des Rheins zu sehen sind, beschlossen, ihre Herrschaftsgebiete zu vergrößern, ihre Macht, ihr Ansehen und ihren Reichtum zu mehren, erklärten sie sich gegenseitig den Krieg. Aber sie selbst zogen nicht in den Krieg, genauso wenig wie die modernen Feudalherren, die Barone der Wall Street, in den Krieg ziehen. Die Feudalherren des Mittelalters, die wirtschaftlichen Vorläufer der Kapitalisten unserer Tage, erklärten alle Kriege. Und ihre erbärmlichen Leibeigenen führten alle Schlachten. Den armen, unwissenden Leibeigenen war beigebracht worden, ihre Herren zu verehren; sie sollten glauben, dass es ihre patriotische Pflicht sei, sich gegenseitig die Kehlen durchzuschneiden, wenn ihre Herren einander den Krieg erklärten, um den Herren und Baronen, die sie verachteten, Profit und Ruhm zu bringen. Und das, mit einem Wort, ist Krieg. Die Herrenklasse hat immer die Kriege erklärt; die Untertanenklasse hat immer die Schlachten geschlagen. Die Herrenklasse hatte alles zu gewinnen und nichts zu verlieren, während die Untertanenklasse nichts zu gewinnen und alles zu verlieren hatte – vor allem ihr Leben.

    Sie haben euch immer gelehrt und trainiert, zu glauben, es sei eure patriotische Pflicht, in den Krieg zu ziehen und euch auf ihren Befehl hin abschlachten zu lassen. Aber in der ganzen Weltgeschichte hattet ihr, das Volk, nie ein Mitspracherecht bei der Erklärung des Krieges, und so seltsam es auch erscheinen mag, kein Krieg einer Nation in irgendeinem Zeitalter wurde jemals vom Volk erklärt.

    Und hier möchte ich betonen – und man kann es nicht oft genug wiederholen – , dass die Arbeiterklasse, die alle Schlachten schlägt, die Arbeiterklasse, die die größten Opfer bringt, die Arbeiterklasse, die freiwillig ihr Blut vergießt und die Leichen liefert, noch nie eine Stimme hatte, wenn es darum ging, einen Krieg zu erklären oder Frieden zu schließen. Es ist die herrschende Klasse, die immer beides tut. Sie allein erklärt den Krieg und sie allein schließt den Frieden.“

    Eugene V. Debs, Juni 1918[:]

  • [:de]Am Ende der Kräfte[:]

    [:de]Am Ende der Kräfte[:]

    [:de] 

    Die Proteste von Kolleg:innen im Pflegebereich zeigen deutlich:
    So geht es nicht weiter!

     

    Die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich sind nicht erst seit Beginn der Pandemie schlecht.
    Doch mit der Corona-Krise wurde es für viele schlicht unerträglich. Immer mehr Kolleg:innen
    schmeißen das Handtuch und sehen sich nach anderen Arbeits- oder Ausbildungsmöglichkeiten
    um, bevor Arbeitsüberlastung und Burnout sie ausknocken. Merhmals gingen während der
    vergangenen Monate in ganz Österreich Kolleg:innen auf die Straße und machten darauf aufmerksam,
    dass viele am Ende ihrer Kräfte sind. Geändert hat das bisher nichts. Dabei sind die Forderungen
    klar und wären wohl bei entsprechendem politischen Willen auch leicht umsetzbar: mehr Personal,
    finanzielle Anerkennung der ungeheuren Extraleistungen des Pflegepersonal während der Krise,
    sowie Verbesserungen bei der Ausbildung. Bei letzterem hört man immer wieder, dass hochmotivierte
    Menschen sich nicht in der Lage sehen, eine Ausbildung im Pflegebereich zu beginnen, weil sie dies
    schlicht nicht finanzieren können. Angesichts des Personalmangels, der in nächster Zeit noch zunehmen wird,
    ist es völlig unverständlich, weshalb die politischen Verantwortungsträger hier nicht Nägel mit Köpfen machen.
    Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Proteste nicht nachlassen. Je mehr Kolleg:innen sich gemeinsam
    gegen die vielerorts längst unerträglichen Arbeitsbedingungen wehren, desto eher können Verbesserungen
    erreicht werden. Und dies würde nicht nur den Kolleg:innen nützen, sondern auch den
    Patient:innen und somit quasi uns allen.

     [:]

  • [:de]„Das Wichtigste ist ein kleiner Sieg“[:]

    [:de]„Das Wichtigste ist ein kleiner Sieg“[:]

    [:de]Seit Frühling 2020 läuft in Washington D.C. die Gastro-Organizing-Kampagne
    Shift Change DC. Fellow Worker Christian von der lokalen IWW erzählte uns darüber.

     

    Ihr habt Shift Change DC vor anderthalb Jahren gestartet.
    Wie ist der aktuelle Stand?

    Die Kampagne läuft immer noch. In mehreren Bars und Restaurants in
    Washington DC, aber auch in anderen Städten in der Gegend,
    organisieren sich Kolleg:innen. Wie bei solchen
    Bemühungen immer läuft es manchmal besser und manchmal
    schlechter. Aber es geht weiter.

    Erzähle doch ein bisschen über Shift Change DC.

    Shift Change DC ist eine Organizing- Kampagne, die von der IWW
    gestartet wurde. Wir organisieren aber nicht nur die Arbeiter:innen
    eines bestimmten Unternehmens, sondern die Kampagne richtet sich an
    die Gastronomie-Branche – und da an alle, die in diesem Bereich
    arbeiten: Kellner:innen, Köch:innen, Barpersonal, Abwäscher:innen etc.

    Die IWW ist aber wohl kaum die einzige Organisation,
    die in
    diesem Bereich gewerkschaftlich aktiv ist …

    Nein. Die größere Gewerkschaft, die sich hier zuständig erklärt,
    ist die Service Employees International Union (SEIU).
    Diese hat aber die gleichen Schwäche wie viele große
    Gewerkschaften: sie versteht sich als Servicegewerkschaft.
    Das heißt: Du zahlst deine Beiträge, und SEIU Vertreter:innen
    verhandeln dann vielleicht mit deinem Boss, ohne dass
    du jemals gefragt wirst, was du willst.

    Ihr habt unter Lockdown Bedingungen begonnen …

    Wir haben Shift Change DC kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie
    gestartet. Das bedeutete, dass wir sofort mit einer Ausnahmesituation
    konfrontiert waren: Lockdowns, Sonderregelungen, Kampf um
    Gefahrenzulagen und um die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen.
    Das bedeutete aber auch, dass es für uns Möglichkeiten gab, zusammen mit
    unseren Kolleg:innen Kleinigkeiten durchzusetzen und dadurch zu
    zeigen, dass es sich lohnt, sich für die eigenen Interessen einzusetzen.

    Kannst du Beispiele für solche Erfolge nennen?

    Als die Bars und Restaurants im Sommer 2020 nach dem ersten
    Lockdown wieder öffnen durften, gab es viele neue Regeln.
    Dementsprechend mussten auch Abläufe neu organisiert werden.
    In dem Restaurant, in dem ich damals arbeitete, ist es uns gelungen,
    etwas Einfluss darauf zu nehmen. Oder wir konnten durchsetzen,
    dass Schilder aufgestellt wurden, auf denen Gäste zum Maskentragen
    aufgefordert wurden, sodass wir nicht jede:n Einzelnen darauf aufmerksam
    machen mussten. Wie gesagt: Kleinigkeiten, die aber den beteiligten
    Kolleg:innen gezeigt haben, dass wir etwas erreichen können,
    wenn wir kollektiv auftreten. Und in einigen Betrieben ist es schließlich auch
    gelungen bessere Bezahlung durch- zusetzen.

    Wo siehst du die größten Schwierigkeiten, um auch größere Kämpfe gewinnen zu können?

    Es gibt in dieser Branche wenig Kontinuität. Viele Leute wechseln oft
    den Job und arbeiten deshalb in der Regel nur kurz in einem
    Unternehmen. Hinzu kommt, dass viele diesen Job nur als
    „Übergangsjob“ sehen und so schnell wie möglich in eine andere Branche
    wechseln wollen – eben weil die Arbeitsbedingungen so schlecht sind.
    In den Küchen arbeiten zudem oft Menschen mit Migrationshintergrund,
    und viele von diesen haben gar keine oder nur befristete Auf- enthaltsgenehmigungen.
    Diese Kol- leg:innen verhalten sich natürlich besonders vorsichtig an ihren
    Arbeitsplätzen. Das alles erschwert längerfristige Organisierung, die aber
    die Voraussetzung dafür ist, dass wir Verbesserungen durchsetzen können.

    Welche Tipps kannst du Menschen geben, die sich an ihrem
    Arbeitsplatz organisieren wollen – ob in der Gastro oder
    anderswo?

    Beginne damit, mit deinen Kolleg:innen zu reden.
    Finde heraus, was ihnen nicht gefällt an ihrem
    Arbeitsplatz. Sprich mit ihnen darüber, was dir nicht gefällt.
    So werdet ihr schnell auf Dinge kommen, die euch allen nicht passen,
    wo ihr aber vielleicht Möglichkeiten seht, diese zu ändern. Finde heraus,
    wie die Verhältnisse in deinem Betrieb sind:
    Gibt es Konflikte zwischen Angestelltengruppen, und
    wenn ja, worin bestehen die? Wie ist das Verhältnis zwischen mittlerem
    und höherem Management? Gibt es da vielleicht Möglichkeiten, sich
    bestehende Spannungen zunutze zu machen für die eigenen Anliegen?
    Das Wichtigste ist aber, relativ bald einen kleinen Sieg feiern zu können.
    Auch wenn es noch so ein winziges Anliegen ist – die Erfahrung, etwas
    durchzusetzen, ist für die meisten unglaublich motivierend sich weiter
    zu organisieren. Für einen ersten Erfolg reicht es oft, wenn ein paar
    Kolleg:innen miteinander sprechen, ein Problem identifizieren und dann
    zum Boss gehen und sagen: „Hey, das gefällt uns nicht, können wir das
    anders machen?“ Wenn so etwas gelingt, hat man einen Anknüpfungspunkt
    für weitere Forderungen.

     

    Infos:
    fb.com/shiftchangedc
    Twitter: @shiftchange_DC
    Insta: @shiftchange_DC

     

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