Autor: Redaktion

  • Globale Gewerkschaft

    Globale Gewerkschaft

    Das im Oktober 2017 erschienene Buch „Wobblies of the World“ beleuchtet die internationale Ausstrahlung der IWW während der ersten Jahrzehnte nach ihrer Gründung

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  • Einfühlsamkeit + Aktivismus = Solidarität (Langversion mit Videos)

    Einfühlsamkeit + Aktivismus = Solidarität (Langversion mit Videos)

    Ein Rückblick auf einen berührenden Abend mit Billy Bragg.

    Billy Bragg Credit: Michael Barbour
    Billy Bragg (Credit: Michael Barbour)

    Am 12. August, kurz bevor uns die erschütternden Nachrichten vom Nazi-Angriff in Charlottesville erreichten, erlebten wir, ein paar Wobblys,  im Wiener WUK ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Konzert. Billy Bragg, der linke Liedermacher aus Großbritannien war nach Wien gekommen. Nicht nur, um uns seine Balladen und Protestlieder zu singen, sondern auch, um uns Mut zu machen. Mut, weiterzukämpfen und nicht wegen der gefährlichen politischen Lage aufzugeben oder in Zynismus zu versinken.
    Das Konzert beginnt vergleichsweise ruhig – ohne Ansagen und mit minimalistischer, weißer Beleuchtung, die nur sporadisch mit Farbnuancen im Hintergrund gewürzt wird.

     

     

    Dann aber fängt Bragg plötzlich an, zwischen den Liedern zu den Menschen im Publikum zu sprechen und spannt ein Band, das bis zum letzten Ton des Abends nicht reißen sollte.
    Mit einer wirklich außergewöhnlichen Einfühlsamkeit erzählt er in seinen Liedern und Geschichten von der Liebe und den großen und vermeintlich kleinen Schwierigkeiten und sozialen Kämpfen, mit denen wir uns in unseren Leben herumschlagen müssen. Dabei gibt er uns das Gefühl, das uns sonst kaum jemand öffentlich zu geben vermag: das wir alle wertvoll sind. Dies fühlt sich nicht nur gut an, sondern ist auch bemerkenswert in einer Zeit, in der das verächtliche Herabwürdigen von Menschen, die weniger Geld haben, allgemein akzeptiert und oft beklatscht wird.

    Sleep of Reason
    Francisco Goyas Kunstwerk Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (Originaltitel: El sueño de la razón produce monstruos).

    Billy Bragg nennt diese Politik den Krieg gegen die Einfühlsamkeit. Ein Krieg mit dem Ziel, den Zusammenhalt unter den Ausgebeuteten gegen die Angriffe des Kapitals zu verhindern.

    Mit dem Lied The Sleep of Reason, das vom gleichnamigen Kunstwerk Francisco Goyas inspiriert ist, reflektiert Bragg die BREXIT-Abstimmung und den Wahlsieg Donald Trumps. Er hinterfragt, warum nicht einmal über die für die Menschen existentiell wichtigen Fragen wie Einkommen, Gesundheitsversorgung und Bildung abgestimmt wird, sondern die persönliche Unsicherheit auf die Zuwanderung gelenkt wird.

    In The King’s Tyde and the Sunny Day Flood erzählt er vom Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel. Im Süden der USA führt dies beispielsweise dazu, dass tausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen, weil diese durch die monatlichen Überflutungen unbewohnbar werden. Besonders betroffen sind davon Menschen, die sich ein neues Zuhause nicht leisten können und für die sich die Stadtverwaltungen nicht interessieren – auch der Klimawandel ist eine Klassenfrage.

    Zwischendurch nimmt Billy Bragg einen kurzen Abstecher zur Folk-Musik. Am 20. Jänner, dem Tag der Angelobung von Donald Trump, hatte er einen neuen Text für Bob Dylan’s The Times They Are A-Changin‘ geschrieben, in dem er beschreibt, wie die Rechten die Zeit zurückdrehen und eine von Unterdrückung bestimmte Gesellschaft errichten wollen.
    Zum Repertoire Braggs gehören neben den Protestliedern auch eine Menge Lieder über glückliche und unglückliche Liebe. Shirley, A New England oder Milkman of Human Kindness sind nur drei der Balladen, die er an diesem Samstagabend für uns singt.

     

     

    Für Billy Bragg besonders inspirierend war der us-amerikanische Liedermacher Woody Guthrie gewesen. Mit dessen She Came Along to Me drückt seine Solidarität mit den Frauen aus, die für ihre Selbstbestimmung und gegen das lauter werdende frauenfeindliche, konservative Geschrei kämpfen. Aber er ruft auch die Männer auf, sich von patriarchalen Rollenerwartungen zu befreien. Handyman Blues ist eine Hommage und ein Weckruf an alle Männer, die die Schnauze voll davon haben, gute Heimwerker sein zu müssen.

     

    Don’t be expecting me to put up shelves or build a garden shed
    But I can write a song that tells the world how much I love you instead
    I’m not any good at pottery so let’s lose the ‚t‘ and just shift back the ‚e‘
    And I’ll find a way to make my poetry build a roof over our heads.
    (Handyman Blues)

     

    Als Billy Bragg auf der Bühne spricht, betont er immer wieder, wie wichtig die Musik ist. Mit ihr könnten Geschichten erzählt werden, die die Herzen, nicht nur die Hirne erreichen. So wichtig die Musik für unseren Zusammenhalt und unsere Ermutigung sei, kann sie uns nicht ersparen, dass wir aktiv werden. Denn Einfühlsamkeit plus Aktivismus ist Solidarität. Diese ist bekanntlich unsere einzige Waffe und wie mächtig sie ist, erklärte Bragg gegen Ende des Abends mit seiner alten Gewerkschaftshymne There is Power in a Union.

     

    There is power in a factory, power in the land
    Power in the hands of a worker
    But it all amounts to nothing if together we don’t stand
    There is power in a Union
    (There is Power in a Union.)

     

    Wir können auf ein in vielerlei Hinsicht sehr ergreifendes Konzert zurückblicken und hoffen, Billy Bragg noch oft zuhören zu können. Den Nazis in Charlottesville wollen wir folgende Worte ausrichten, die Woody Guthrie 1942 niedergeschrieben hat: You’re bound to lose, you fascists bound to lose!

     

  • Segensreiche Sozialpartnerschaft

    Segensreiche Sozialpartnerschaft

    ÖGB und GPA-djp können sich nicht so ganz entscheiden, wie toll der jahrzehntelange Klassenfriede nun wirklich ist (mehr …)

  • Solid erschienen

    Die erste Ausgabe der SOLID, Flugschrift der IWW-Wien ist erschienen. Ihr könnt sie runterladen, online lesen und auf Wunsch schicken wir auch gerne ein oder mehrere Exemplare kostenlos zu. Schreibt uns dazu einfach ein E-Mail an: wien@iww.or.at

    Hier geht es zur online Version: SOLID1_2017

  • Angriff auf Arbeitende

    Das Arbeitsprogramm der Regierung besteht aus Steuergeschenken für Unternehmen, Lockerung des Kündigungsschutzes und verschärfte Bedingungen für Arbeitslose

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  • Neue Sticker der IWW Wien

    Neue Sticker der IWW Wien

    Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres haben wir neue Pickerl produzieren lassen. Wenn du deinen Kühlschrank verschönern oder basisgewerkschaftliche Propaganda in deiner Betriebskantine oder in deinem Stammbeisl hinterlassen willst, dann melde dich bei uns. Wir schicken dir gerne ein paar Stück aus unserer druckfrischen Kollektion zu.

    Bestellungen an wien(a.t)iww.or.at

  • Sich wehren lohnt sich

    Sich wehren lohnt sich

    Das Jahr endet mit Arbeitskämpfen allerorten. An mehreren Amazon-Standorten in Deutschland streikten Angestellte während der Hochphase des Weihnachtsgeschäfts und zeigten, dass gewerkschaftliche Arbeit vor allem Hartnäckigkeit erfordert. In den vielen Jahren des Kampfes um Lohnerhöhungen und Kollektivverträge bei Amazon wurden bereits einige kleine Siege errungen. Wichtig ist der Einsatz der KollegInnen auch deshalb, weil Amazon zum einen Vorreiterrolle bei der Verschlechterung von Arbeitsbedingungen spielt. Zum anderen strahlt die „Unternehmenskultur“ des Konzerns aufgrund von dessen Monopolstellung auch auf andere Unternehmen und Branchen aus. Die KollegInnen bei Amazon zeigen, dass auch in der deregulierten neuen E-Commerce-Welt Organisierung und Arbeitskämpfe möglich sind und erfolgreich sein können.

    Gewehrt haben sich auch KollegInnen aus Portugal und Spanien, die auf einer Großbaustelle am Wiener Hauptbahnhof um ihre Löhne geprellt wurden. Bauherr Signa hatte die Porr AG beauftragt, die die Rekrutierung von Arbeitern wiederum kleinere Baufirmen (Wattaul und JMP) mit der Rekrutierung betraute. Am Zahltag redete sich eine Firma auf die nächste aus – diese Rechnung sei offen, jener Betrag nicht beglichen, die Arbeiter bekommen leider nix. Sowas hat natürlich System und ist etwa von der Berliner „Mall of Shame“ wohlbekannt. Die zum Arbeiten nach Wien gekommenen Kollegen drohten, bereits Errichtetes wieder abzubauen, worauf plötzlich doch zumindest ein Teil der Löhne ausgezahlt werden konnten. Etwas mediale Öffentlichkeit half ebenfalls. Das ändert jedoch nichts an dem zugrunde liegenden Skandal, dass bei derartigen Projekten in Österreich offenbar untragbare Zustände herrschen. Wieviele Arbeiter sind so wohl bereits um ihre Löhne geprellt worden und mit leeren Taschen wieder abgereist?

    Wenig Medienhetze

    Auffällig bei beiden Geschichten war die mediale Berichterstattung. Anstelle der üblichen Hetze gegen Streikende und Protestierende herrschte vorsichtiges Verständnis vor. Vielleicht dämmert einigen KollegInnen in den Redaktionsstuben langsam, dass jene, die für ihre Rechte kämpfen, indirekt auch für die Rechte der privilegierteren Teile der ArbeiterInnenklasse kämpfen. Immerhin sind die Kämpfe ja bereits mitten in den Redaktionsstuben angekommen – wenn sie auch dort noch in vorwiegend von den Unternehmern und CEO’s geführt und gewonnen zu werden scheinen. In der Verlagsgruppe News finden derzeit die im Herbst angekündigten Entlassungen statt. Viele weitere Angestellte gehen „freiwillig“, weil sie aufgrund der radikalen Umstrukturierung des Medienunternehmens keine Perspektive mehr sehen. Sie sollen ja nun die Arbeit jener mitübernehmen, die gekündigt wurden. Aber auch bei anderen österreichischen Medien geht es rund. Ex-News-Chef und Österreich-Gründer Wolfgang Fellner kündigt seinen Angestellten die Journalisten-Kollektivverträge. Künftig sollen sie nach weit schlechteren Angestellten-KV‘s entlohnt werden. Die Umstellung erfolge „im Einvernehmen“ mit Betriebsrat und Angestellten. Letztere wurden vor die Wahl gestellt: Zustimmung oder Kündigung. Sowas nennt man in der Welt der Fellners „Einvernehmen“.

    Sich wehren ist der erste Schritt

    Eine erfreuliche Meldung gab es schließlich auch noch wenige Tage vor Weihnachten. Spar Österreich muss 52.730 Euro Strafe wegen Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz zahlen. Das Unternehmen setzte Software zur Arbeitszeitaufzeichnung ein, die so programmiert war, dass die Zeiterfassung immer zugunsten des Unternehmens ausgefallen. In einer Filiale waren Pausen von 9 Uhr bis 9.15 Uhr festgelegt, berichtete die Wochenzeitung Falter von dem Prozess am Landesverwaltungsgericht Salzburg. Wenn die Kassierin beispielsweise erst um 9.10 Uhr die Pause beginnen konnte, weil sie noch Kundschaft bedienen musste, wurden ihr nicht fünf Minuten als Pause verrechnet, sondern die ganzen 15 Minuten. Wenn sie aber umgekehrt länger Pause machte, dann wurde dies sehr wohl flexibel angerechnet. Eine Spar-Sprecherin rechtfertigte die Sache übrigens mit dem Hinweis darauf, dass diese Software genau so auch in vielen anderen Unternehmen eingesetzt werde. Guter Hinweis! Schaut genau, wie eure Arbeitszeit und Pausen erfasst werden und wehrt euch, wenn was nicht stimmt! Sich wehren lohnt sich immer und ist der erste Schritt für Verbesserungen!

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    Bilder: ver.di, Karl BergerIWW

  • Sozialstaat wird demontiert

    Niederösterreich hat nun also auch eine Kürzung der Mindestsicherung beschlossen. Nach Oberösterreich marschiert damit ein zweites Bundesland bei der stückweisen, aber stetigen Demontage des österreichischen Sozialsystems voran. In St. Pölten hat man dabei auch die Vorarbeit aus Linz genutzt und noch restriktivere Regeln verabschiedet. (mehr …)

  • Spitzeldienst AMS

    Spitzeldienst AMS

    skeletorStatt dir einen Job zu beschaffen, schnüffelt dich dein AMS-„Betreuer“ aus

    Wenn sie nicht mehr weiter wissen, dann versuchen sie es mit Repression. In Österreich steigt die Arbeitslosigkeit, sämtliche unternehmerfreundliche Maßnahmen zur „Ankurbelung der Wirtschaft“ der vergangenen Monate und Jahre haben nichts gebracht. Verwunderlich ist das nicht – wer sich eine halbe Stunde mit Volkswirtschaft und der Produktivitätsentwicklung der vergangenen hundert Jahre beschäftigt, wird zu dem Schluss kommen, dass für die Aufrechterhaltung des ganzen Werkels halt einfach ein immer größerer Teil der arbeitsfähigen und -willigen Bevölkerung nicht mehr wird. (mehr …)

  • Pirker macht Kassa

    Pirker macht Kassa

    CEO und Mehrheitseigentümer Horst Pirker hat mit der Ausschlachtung der „Verlagsgruppe News“ begonnen

    Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Wer sich im Juni darüber gewundert hat, warum der Geschäftsführer der „Verlagsgruppe News“ (VGN), Horst Pirker, die Anteile des deutschen Verlags Gruner+Jahr gekauft hat, weiß nun: der Mann hat einen Plan. Pirker informierte am Montag, 26.9., die VGN-Mitarbeiter per Mail über die bevorstehenden Umstrukturierungen in dem Unternehmen, das derzeit mit zwölf Magazinen (darunter News, Profil, Trend, TV-Media, Woman) den österreichischen Zeitschriftenmarkt beherrscht. Dabei stimmte er die alte Leier an: Wegen Digitalisierung und Umbrüchen in der Medienlandschaft brachen die Verkäufe von Heften und Anzeigen ein, deshalb muss nun „gespart“ werden. Und wo? Bei seinem Gehalt? Nein: Beim Personal. Weil: „Kosten senken heißt – gerade in einem Medienunternehmen – dass die Personalkosten gesenkt werden müssen, weil sie einen großen Teil der Gesamtkosten ausmachen“, so Pirker in dem Schreiben, dass der IWW Wien zugespielt wurde.

    Was Pirker in dem Schreiben an die VGN-Angestellten allerdings nicht sagt – sehr wohl aber gegenüber den Medien erläuterte – ist Folgendes: die Einnahmen und Ausgaben der Verlagsgruppe News sind bereits jetzt stabil. Für 2017 erwartet der Mehrheitseigentümer und Geschäftsführer Pirker sogar eine „positive Entwicklung“, sprich schwarze Zahlen, sprich Gewinne. Und trotzdem will er jetzt ein Fünftel der freien und angestellten Mitarbeiter loswerden. Das kann nur einen Grund haben: Pirker will nicht einfach eine „positive Entwicklung“, er will ordentlich die Kassa klingeln hören. Immerhin hat er vor ein paar Monaten ein paar Millionen Euro für die Anteile von Gruner+Jahr auf den Tisch gelegt – das muss sich jetzt für ihn rentieren.

    Eine gar nicht so gewagte Prognose: Pirker – der auch blumig von der neu zu erringenden „Relevanz“ der VGN-Magazine schwafelt – kürzt in den kommenden Monaten so weit, dass einige Magazin-Titel nicht mehr funktionieren werden, andere Titel durch die Kürzungen ordentliche Einnahmen generieren werden. Dann verkauft er die gewinnbringenden Titel zu wahnwitzigen Preisen an einen anderen Verlag, dessen CEO‘s ebenfalls keine Ahnung von Journalismus, aber dafür umso größere Euro-Zeichen in den Augen haben. Auf der Strecke bleiben werden dabei erneut Teile der „Gesamtkosten“ in Gestalt der Angestellten und freien MitarbeiterInnen des Medienunternehmens – wenn sie sich nicht bereits jetzt energisch gegen die geplanten Umstrukturierungen zur Wehr setzen.

     

    IWW Wien, X362256

    Foto: Screenshot von vgn.at