Autor: Redaktion

  • [:de]Schreibwerkstatt „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:en]Writing workshop „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:]

    [:de]Schreibwerkstatt „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:en]Writing workshop „Geschichten aus der Arbeitswelt“[:]

    [:de]

    Auch wenn wir es vielleicht nicht wahr haben wollen, aber einen großen Teil unseres Alltags verbringen viele von uns am Arbeitsplatz. Einige Geschichten die wir uns untereinander bei einem Getränk an der Bar oder in kleiner Runde zu Hause erzählen, hängen mit unserer Lohnarbeit zusammen. Manchmal handeln diese von negativen, aber durchaus auch von positiven
    und erheiternden Erlebnissen.
    Viel zu selten werden diese Geschichten, die uns untereinander einen besseren Einblick in den Alltag und die Verhältnisse in den verschiedenen Branchen geben würden, verschriftlicht.
    Daher möchten wir mit unserer Schreibwerkstatt einen Raum für alle schaffen um Erfahrungen aus der Arbeit festzuhalten und falls gewollt mit anderen zu teilen.
    Also kommt am 30.4 um 17:30 in die Academy Bar (Franz-Josef-Straße 4. 5020), schnappt euch Stift und Papier und schreibt einfach los.
    Wir freuen uns auf Euch!
    IWW Salzburg – die solidarische Gewerkschaft

    [:en]

    Even if we don’t want to admit it, most of our every day life is spent at our workplace. A lot of the stories we share with each other at the bar counter or at home in small settings have something to do with wage labour. Some of those stories are about negative but also positive and amusing experiences.
    These kind of stories would give a better insight about the situations in all the different industries, but unfortunately they rarely get written down. With our writing workshop we want to establish a space for everyone to write down and, if wanted, share their experiences from their workplace.
    Come on over to the Academy Bar (Franz-Josef-Straße 4, 5020) on the 30th April at 5:30pm, grab a pen and some paper and start writing.
    We are looking forward to seeing you!
    IWW Salzburg – The One Big Union

    [:]

  • [:de]101 Organizing Training in Innsbruck[:]

    [:de]101 Organizing Training in Innsbruck[:]

    [:de] 

    Die Ortsgruppen Vorarlberg, Innsbruck und Salzburg haben sich zusammengetan um allen Mitgliedern in Österreich und Umgebung nach längerer Zeit wieder ein 101 Organizing Training zu ermöglichen.

    In diesem zweitägigen Training werden von erfahrenen Trainer*innen der IWW die Grundlagen des Organizings vermittelt. Z.B. Wie komme ich ins Gespräch mit Kolleg*innen? Was sind die wichtigsten Themen bei mir am Arbeitsplatz? Wie baue ich Vertrauen auf? Wie achte ich auf meine persönlichen Ressourcen und vor allem wie funktioniert erfolgreiches organisieren am Arbeitsplatz?

    Die Trainingstage finden am 14. Mai zwischen 9:30 und 17 Uhr und am 15. Mai zwischen 10 und 16:30 Uhr im Il Corvo (Mozartstraße 12, 6020 Innsbruck) statt. Nach beiden Trainings werden wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen ausklingen lassen. Solltet ihr Kostenersatz für die Anfahrt und das Abendessen benötigen, können die Kosten von der IWW übernommen werden.
    Natürlich stellen wir euch auch gemütliche Schlafplätze bei Fellow Workers zur Verfügung. Auch gibt es die Möglichkeit ein kleines Hotelzimmer für euch zu buchen, falls ihr dies aus gesundheitlichen oder anderen Gründen benötigen solltet.

    Da aus organisatorischen Gründen die Plätze beschränkt sind, können sich Interessierte unverbindlich bei ibk@iww.or.at unter Angabe folgender Infos anmelden:

    -Name
    -X-Nummer (Mitgliedsnummer)
    -Ortsgruppe
    -Email Adresse
    -Wann reist ihr an bzw. ab?
    -Habt ihr bereits ein 101 Training absolviert?
    – Benötigt ihr folgendes?: •Schlafplatz •Fahrtkostenersatz •Kostenübernahme Abendessen
    -Habt ihr Bedürfnisse die wir in unsere Planung miteinbeziehen müssen? (z.B. Barrierefreiheit, Allergenfreies Essen, etc..)

     [:]

  • [:de]#8M[:]

    [:de]#8M[:]

    [:de]„Wir sind die Sklavinnen der Sklaven. Wir werden noch rücksichtsloser ausgebeutet als die Männer“, sagte Lucy Parsons, eine der Mitbegründer:innen der IWW, vor etwa einem Jahrhundert. Viel hat sich an dieser Situation nicht geändert. Die grundlegenden Dinge sind bekannt: immer noch bekommen Frauen weltweit weniger Lohn für gleiche Arbeit; hinzu kommen sexuelle Ausbeutung, Alltagssexismus, Mehrfachbelastungen erziehender Frauen …

    Als Zusammenschluss kämpferischer Arbeiter:innen versuchen wir unseren Teil zur Emanzipation aller arbeitenden und arbeitslosen Menschen beizutragen. Dabei ist uns aber täglich bewusst, mit welch unterschiedlichen Herausforderungen, Ausbeutungsformen und Diskriminierungen Menschen unterschiedlicher Geschlechtszugehörigkeit im Alltag konfrontiert sind. Unsere Mitglieder unterstützen wir bei den großen und kleinen Auseinandersetzungen. Je mehr wir sind, desto schlagkräftiger wird diese Unterstützung.[:]

  • [:de]No war but class war![:]

    [:de]No war but class war![:]

    [:de]„Im Laufe der Geschichte wurden Kriege geführt, um zu erobern und zu plündern. Im Mittelalter, als die Feudalherren, die die Burgen bewohnten, deren Türme noch immer entlang des Rheins zu sehen sind, beschlossen, ihre Herrschaftsgebiete zu vergrößern, ihre Macht, ihr Ansehen und ihren Reichtum zu mehren, erklärten sie sich gegenseitig den Krieg. Aber sie selbst zogen nicht in den Krieg, genauso wenig wie die modernen Feudalherren, die Barone der Wall Street, in den Krieg ziehen. Die Feudalherren des Mittelalters, die wirtschaftlichen Vorläufer der Kapitalisten unserer Tage, erklärten alle Kriege. Und ihre erbärmlichen Leibeigenen führten alle Schlachten. Den armen, unwissenden Leibeigenen war beigebracht worden, ihre Herren zu verehren; sie sollten glauben, dass es ihre patriotische Pflicht sei, sich gegenseitig die Kehlen durchzuschneiden, wenn ihre Herren einander den Krieg erklärten, um den Herren und Baronen, die sie verachteten, Profit und Ruhm zu bringen. Und das, mit einem Wort, ist Krieg. Die Herrenklasse hat immer die Kriege erklärt; die Untertanenklasse hat immer die Schlachten geschlagen. Die Herrenklasse hatte alles zu gewinnen und nichts zu verlieren, während die Untertanenklasse nichts zu gewinnen und alles zu verlieren hatte – vor allem ihr Leben.

    Sie haben euch immer gelehrt und trainiert, zu glauben, es sei eure patriotische Pflicht, in den Krieg zu ziehen und euch auf ihren Befehl hin abschlachten zu lassen. Aber in der ganzen Weltgeschichte hattet ihr, das Volk, nie ein Mitspracherecht bei der Erklärung des Krieges, und so seltsam es auch erscheinen mag, kein Krieg einer Nation in irgendeinem Zeitalter wurde jemals vom Volk erklärt.

    Und hier möchte ich betonen – und man kann es nicht oft genug wiederholen – , dass die Arbeiterklasse, die alle Schlachten schlägt, die Arbeiterklasse, die die größten Opfer bringt, die Arbeiterklasse, die freiwillig ihr Blut vergießt und die Leichen liefert, noch nie eine Stimme hatte, wenn es darum ging, einen Krieg zu erklären oder Frieden zu schließen. Es ist die herrschende Klasse, die immer beides tut. Sie allein erklärt den Krieg und sie allein schließt den Frieden.“

    Eugene V. Debs, Juni 1918[:]

  • [:de]Am Ende der Kräfte[:]

    [:de]Am Ende der Kräfte[:]

    [:de] 

    Die Proteste von Kolleg:innen im Pflegebereich zeigen deutlich:
    So geht es nicht weiter!

     

    Die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich sind nicht erst seit Beginn der Pandemie schlecht.
    Doch mit der Corona-Krise wurde es für viele schlicht unerträglich. Immer mehr Kolleg:innen
    schmeißen das Handtuch und sehen sich nach anderen Arbeits- oder Ausbildungsmöglichkeiten
    um, bevor Arbeitsüberlastung und Burnout sie ausknocken. Merhmals gingen während der
    vergangenen Monate in ganz Österreich Kolleg:innen auf die Straße und machten darauf aufmerksam,
    dass viele am Ende ihrer Kräfte sind. Geändert hat das bisher nichts. Dabei sind die Forderungen
    klar und wären wohl bei entsprechendem politischen Willen auch leicht umsetzbar: mehr Personal,
    finanzielle Anerkennung der ungeheuren Extraleistungen des Pflegepersonal während der Krise,
    sowie Verbesserungen bei der Ausbildung. Bei letzterem hört man immer wieder, dass hochmotivierte
    Menschen sich nicht in der Lage sehen, eine Ausbildung im Pflegebereich zu beginnen, weil sie dies
    schlicht nicht finanzieren können. Angesichts des Personalmangels, der in nächster Zeit noch zunehmen wird,
    ist es völlig unverständlich, weshalb die politischen Verantwortungsträger hier nicht Nägel mit Köpfen machen.
    Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Proteste nicht nachlassen. Je mehr Kolleg:innen sich gemeinsam
    gegen die vielerorts längst unerträglichen Arbeitsbedingungen wehren, desto eher können Verbesserungen
    erreicht werden. Und dies würde nicht nur den Kolleg:innen nützen, sondern auch den
    Patient:innen und somit quasi uns allen.

     [:]

  • [:de]„Das Wichtigste ist ein kleiner Sieg“[:]

    [:de]„Das Wichtigste ist ein kleiner Sieg“[:]

    [:de]Seit Frühling 2020 läuft in Washington D.C. die Gastro-Organizing-Kampagne
    Shift Change DC. Fellow Worker Christian von der lokalen IWW erzählte uns darüber.

     

    Ihr habt Shift Change DC vor anderthalb Jahren gestartet.
    Wie ist der aktuelle Stand?

    Die Kampagne läuft immer noch. In mehreren Bars und Restaurants in
    Washington DC, aber auch in anderen Städten in der Gegend,
    organisieren sich Kolleg:innen. Wie bei solchen
    Bemühungen immer läuft es manchmal besser und manchmal
    schlechter. Aber es geht weiter.

    Erzähle doch ein bisschen über Shift Change DC.

    Shift Change DC ist eine Organizing- Kampagne, die von der IWW
    gestartet wurde. Wir organisieren aber nicht nur die Arbeiter:innen
    eines bestimmten Unternehmens, sondern die Kampagne richtet sich an
    die Gastronomie-Branche – und da an alle, die in diesem Bereich
    arbeiten: Kellner:innen, Köch:innen, Barpersonal, Abwäscher:innen etc.

    Die IWW ist aber wohl kaum die einzige Organisation,
    die in
    diesem Bereich gewerkschaftlich aktiv ist …

    Nein. Die größere Gewerkschaft, die sich hier zuständig erklärt,
    ist die Service Employees International Union (SEIU).
    Diese hat aber die gleichen Schwäche wie viele große
    Gewerkschaften: sie versteht sich als Servicegewerkschaft.
    Das heißt: Du zahlst deine Beiträge, und SEIU Vertreter:innen
    verhandeln dann vielleicht mit deinem Boss, ohne dass
    du jemals gefragt wirst, was du willst.

    Ihr habt unter Lockdown Bedingungen begonnen …

    Wir haben Shift Change DC kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie
    gestartet. Das bedeutete, dass wir sofort mit einer Ausnahmesituation
    konfrontiert waren: Lockdowns, Sonderregelungen, Kampf um
    Gefahrenzulagen und um die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen.
    Das bedeutete aber auch, dass es für uns Möglichkeiten gab, zusammen mit
    unseren Kolleg:innen Kleinigkeiten durchzusetzen und dadurch zu
    zeigen, dass es sich lohnt, sich für die eigenen Interessen einzusetzen.

    Kannst du Beispiele für solche Erfolge nennen?

    Als die Bars und Restaurants im Sommer 2020 nach dem ersten
    Lockdown wieder öffnen durften, gab es viele neue Regeln.
    Dementsprechend mussten auch Abläufe neu organisiert werden.
    In dem Restaurant, in dem ich damals arbeitete, ist es uns gelungen,
    etwas Einfluss darauf zu nehmen. Oder wir konnten durchsetzen,
    dass Schilder aufgestellt wurden, auf denen Gäste zum Maskentragen
    aufgefordert wurden, sodass wir nicht jede:n Einzelnen darauf aufmerksam
    machen mussten. Wie gesagt: Kleinigkeiten, die aber den beteiligten
    Kolleg:innen gezeigt haben, dass wir etwas erreichen können,
    wenn wir kollektiv auftreten. Und in einigen Betrieben ist es schließlich auch
    gelungen bessere Bezahlung durch- zusetzen.

    Wo siehst du die größten Schwierigkeiten, um auch größere Kämpfe gewinnen zu können?

    Es gibt in dieser Branche wenig Kontinuität. Viele Leute wechseln oft
    den Job und arbeiten deshalb in der Regel nur kurz in einem
    Unternehmen. Hinzu kommt, dass viele diesen Job nur als
    „Übergangsjob“ sehen und so schnell wie möglich in eine andere Branche
    wechseln wollen – eben weil die Arbeitsbedingungen so schlecht sind.
    In den Küchen arbeiten zudem oft Menschen mit Migrationshintergrund,
    und viele von diesen haben gar keine oder nur befristete Auf- enthaltsgenehmigungen.
    Diese Kol- leg:innen verhalten sich natürlich besonders vorsichtig an ihren
    Arbeitsplätzen. Das alles erschwert längerfristige Organisierung, die aber
    die Voraussetzung dafür ist, dass wir Verbesserungen durchsetzen können.

    Welche Tipps kannst du Menschen geben, die sich an ihrem
    Arbeitsplatz organisieren wollen – ob in der Gastro oder
    anderswo?

    Beginne damit, mit deinen Kolleg:innen zu reden.
    Finde heraus, was ihnen nicht gefällt an ihrem
    Arbeitsplatz. Sprich mit ihnen darüber, was dir nicht gefällt.
    So werdet ihr schnell auf Dinge kommen, die euch allen nicht passen,
    wo ihr aber vielleicht Möglichkeiten seht, diese zu ändern. Finde heraus,
    wie die Verhältnisse in deinem Betrieb sind:
    Gibt es Konflikte zwischen Angestelltengruppen, und
    wenn ja, worin bestehen die? Wie ist das Verhältnis zwischen mittlerem
    und höherem Management? Gibt es da vielleicht Möglichkeiten, sich
    bestehende Spannungen zunutze zu machen für die eigenen Anliegen?
    Das Wichtigste ist aber, relativ bald einen kleinen Sieg feiern zu können.
    Auch wenn es noch so ein winziges Anliegen ist – die Erfahrung, etwas
    durchzusetzen, ist für die meisten unglaublich motivierend sich weiter
    zu organisieren. Für einen ersten Erfolg reicht es oft, wenn ein paar
    Kolleg:innen miteinander sprechen, ein Problem identifizieren und dann
    zum Boss gehen und sagen: „Hey, das gefällt uns nicht, können wir das
    anders machen?“ Wenn so etwas gelingt, hat man einen Anknüpfungspunkt
    für weitere Forderungen.

     

    Infos:
    fb.com/shiftchangedc
    Twitter: @shiftchange_DC
    Insta: @shiftchange_DC

     

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  • [:de]Kämpferisch trotz Vertrag![:]

    [:de]Kämpferisch trotz Vertrag![:]

    [:de]Der Kollektivvertrag für Fahrradbot:innen hat Verbesserungen gebracht.
    Gründe dafür, sich dennoch zu organisieren, gibt es viele.

     

    Überall, wo man hinsieht, sieht man bunte Rucksäcke, die durch die Gegend sausen.
    Die Rede ist von Fahrradbot:innen, die seit Jahren das Stadtbild farbenfroh mitprägen.
    Als erfolgreichste Unternehmen unter den Essenszustellern haben sich
    Lieferando und Mjam etabliert,
    die in manchen Städten sogar die Konkurrenz verdrängt haben.
    Während das Jahr 2020 für einige Unternehmen das finanzielle Aus bedeutete,
    konnten diese beiden Unternehmen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation
    deutliche Gewinne verbuchen.
    Sogar bei Großveranstaltungen wie der Fußball-Europameisterschaft
    konnte sich Lieferando Werbeflächen kaufen.
    Mjam wiederum etablierte seit Anfang dieses Jahres
    österreichweit eigene Online-Supermärkte.
    Bei solchen wirtschaftlichen Erfolgen könnte man meinen,
    dass die Angestellten auch etwas davon haben.
    Jedoch ist es so wie immer:
    den Arbeiter:innen bleiben lediglich ein paar trockene Brösel vom saftigen Kuchen übrig.

    Leichte Verbesserungen

    Im Jänner 2020 gelang es dem ÖGB nach langen Verhandlungen den weltweit ersten Kollektivvertrag
    für Fahrradbot:innen einzuführen. Dieser beinhaltet einen festgeschriebenen Mindestlohn,
    Urlaubs- und Krankengeld,
    Kilometergeld für Fahrradreparatur, geregelte Ruhezeiten und weitere Verbesserungen.
    Davor wurden die Bot:innen nur nach Auftrag bezahlt. Das bedeutete im Falle von Auftragsmangel oder
    Arbeitsunfähigkeit weniger bis kein Einkommen.
    Auch mussten die Kosten für Fahrradreparaturen
    selbst übernommen werden.
    Spricht man mit LieferandoAngestellen, wie wir es etwa in Salzburg gemacht haben,
    zeigt sich zwar eine Wertschätzung des Kollektivvertrags, jedoch besteht weiterhin Unzufriedenheit.
    Kritisiert wird vor allem, dass es keine Sonn- und Feiertagszuschüsse gibt, obwohl diese Tage in der Branche
    am meisten Gewinn bringen. Auch wird das Kilometergeld von 24 Cent pro gefahrenem
    Kilometer
    als zu wenig bemängelt, um regelmäßige Reparaturen zu bezahlen.
    Dies liegt vor allem daran, dass die Definition
    von „gefahrenem Kilometer“ vom Arbeitgeber vorgegeben wird und
    es vor allem während der warmen Jahreszeit
    weniger Aufträge gibt.
    Ein weiteres Problem ist, dass manche Unternehmen den Kollektivvertrag umgehen,
    indem sie ihre Angestellten als Freie Dienstnehmer:innen anstellen. Für diese Bot:innen gilt der
    Kollektivvertrag nicht.
    Sie arbeiten unter denselben prekären Verhältnissen wie zuvor.

    Organizing-Herausforderungen

    Da es meist keine Firmenzentrale gibt, in der sich die Belegschaft kennenlernen und untereinander
    austauschen könnte, und da es zusätzlich noch eine starke Fluktuation gibt,
    gilt die Branche als schwierig zu organisieren. Um eine Plattform zur gegenseitigen Vernetzung zu schaffen,
    hat die IWW Salzburg im September zwei Veranstaltungen organisiert. Am 10. September gab es zusammen
    mit dem Riders Collective ein Alleycat (Schnitzeljagd am Fahrrad)
    zum Thema Arbeitsrecht für Fahrradbot:innen.
    Zwei Wochen darauf veranstalteten wir eine Pay-as-youcan-Bike-Kitchen im Stadtteil Lehen.
    Die Spendeneinnahmen unserer Bike Kitchen, gingen an die streikenden Fahrradbot:innen in Berlin,
    die Anfang Oktober von ihrem Arbeitgeber Gorillas gekündigt worden waren. Der Arbeitskampf bei Gorillas zeigt,
    dass der Kampf
    um bessere Arbeitsbedingungen der Fahrradbot:innen noch lange nicht vorbei ist.

    Wo auch immer auf der Welt sich Bot:innen gegen die Schikanen ihrer Arbeitgeber zur Wehr
    setzen, werden wir entschlossen mit dabei sein –  oder auch wenn wir in ganz anderen Branchen
    arbeiten – unseren kämpfenden Kolleg:innen solidarisch zur Seite stehen.

    Denn ein Erfolg für eine:n ist ein Erfolg für uns alle!

     

     

     [:]

  • [:de]SOLID! 2/2021 erschienen[:]

    [:de]SOLID! 2/2021 erschienen[:]

    [:de]Bevor das Jahr endet, gibts noch eine Ausgabe unserer Flugschrift SOLID!, und zwar hier online oder per Post in gedruckter Form. Wer letzteres möchte, muss uns nur eine kurze Nachricht schicken!

    Aus dem Inhalt:

    – Kämpferisch trotz KV – zur Situation von Fahrradbot:innen

    Shift Change DC – Interview mit einem Organizer der IWW Washington DC

    – Kurzmeldungen, Rezension etc.

    Wir wünschen gute Lektüre!

     [:]

  • [:de]IWW Salzburg: Solidarische Bike Kitchen[:en]IWW[:]

    [:de]IWW Salzburg: Solidarische Bike Kitchen[:en]IWW[:]

    [:de]

    [English Text below]
    Lästiges Quietschen, die Räder laufen nicht mehr ganz so rund und die Bremsen sind auch nicht mehr wirklich zuverlässig. Wer öfters unterwegs ist wird früher oder später Verschleiß am eigenen Fahrrad feststellen. Fahrradbot:innen, sehen sich durch den erhöhten Einsatz ihres Fahrrads um einiges häufiger damit konfrontiert. Um den Reparaturkosten etwas entgegenzuwirken wurde im Kollektivvertrag eine Pauschale von 24 Cent pro gefahrenem Kilometer festgelegt. Trotz dieser Pauschale gehen regelmäßige Reparaturen aufs Geld. Mit unserer Bike Kitchen möchten wir leistbaren Zugang zu Fahrradreparaturen ermöglichen. Auch wenn du zurzeit nicht als Fahrradbot:in angestellt bist, kannst du gerne dein Fahrrad vorbeibringen. Unsere Bike Kitchen läuft nach dem Pay-as-you-can Prinzip. Das bedeutet, dass du für die Reparatur so viel zahlst wie du möchtest.
    Am 25.9 sind wir zwischen 15 und 18 Uhr bei der Neuen Mitte Lehen und schrauben gemeinsam mit euch an euren Fahrrädern.
    Annoying squeaks, the wheels are out-of-true, and the breaks are not as reliable as they used to be. Everyone who cycles regularly is sooner or later confronted with wear and tear on their bike. Bike Messengers see themselves confronted more often since they use their bikes a lot more. As a way to counteract, a kilometre allowance of 24 cents was introduced as part of the collective bargaining agreement. Even with kilometre allowance, having your bike repaired on a regular basis costs a lot of money. With our bike kitchen we want to give everyone access to affordable bike repair. You can come over and bring your bike even if you are not employed as a bike messenger. Our Bike Kitchen is pay-as-you-can, which means you decide what you pay for the repair.
    On the 25th of September we will be at Neue Mitte Lehen from 3 to 6 pm helping you fix your bike.

    [:]

  • [:de]Worker Center aufbauen![:]

    [:de]

    Die IWW startet in Ottakring ein Worker Center. Noch steht das Projekt ganz am Anfang, doch schon im Laufe dieses Jahres soll einiges dort passieren

    Selbstorganisierung und Organizing stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten der IWW. Unsere Mitglieder eignen sich in Trainings die notwendigen Fähigkeiten an, um sich an ihrem Arbeitsplatz zusammen mit ihren Kolleg:innen zu organisieren und gemeinsam ihre Interessen gegenüber den Unternehmer:innen durchzusetzen. Doch Selbstorganisation beschränkt sich nicht auf Betriebe. In allen Lebensbereichen – ob im Mietshaus, in dem wir wohnen oder im Stadtviertel, in dem wir leben und unsere Freizeit verbringen, ist es notwendig, dass wir uns mit anderen zusammenzuschließen. Denn auch dort können wir Verbesserungen für uns alle durch solidarische Zusammenarbeit erreichen.
    Neben den Fähigkeiten, um uns zu organisieren, brauchen wir Räume, in denen wir uns treffen können – egal ob wir bereits Teil einer Organisation sind oder nicht. Einen solchen Raum wollen wir als IWW in den kommenden Monaten und Jahren aufbauen.

    Raum der Vernetzung …

    Im Mai 2018 veröffentlichte Torsten Bewernitz in der Zeitschrift Analyse & Kritik den Artikel „Über die Gewerkschaft hinaus“, ein Plädoyer dafür, sogenannte Worker Center aufzubauen. Konkret geht es darum, ein räumliches Angebot zu schaffen, um niederschwellig Zugang zu gewerkschaftlicher Organisierung zu finden.
    Dieser Raum soll neben gewerkschaftlicher Erstberatung auch und vor allem ein Raum der Vernetzung, des Zusammenkommens und Ort einer gemeinsamen Kultur sein. Vor allem mit der lokal umliegenden Nachbarschaft soll in Austausch getreten und Selbstorganisierung damit vorangetrieben werden.
    Worker Center sollen bestenfalls unterscheidliche politische Initiativen beherbergen, die den Anspruch teilen, die bereits politisierte Blase verlassen zu wollen. Hier könnten Menschen sich im Alltag gegenseitig unterstützen, gemeinsam politisch weiterbilden, kulturellen Austausch pflegen, Filmabende oder Straßenfeste organisieren. Kurz: Zusammenkommen und zusammen handeln.

    … und der Selbstorganisation

    Der Unterschied zu Konzepten wie Nachbarschaftszentren liegt darin, dass das Worker Center keine entpolitisierte Grätzeloase sein will, sondern im Zentrum vor allen Dingen eins steht die Erfahrung von Solidarität. Die Idee ist keineswegs neu. Proletarische Räume, Orte dieser Art, gab es schon zur Entstehungszeit der Arbeiter:innenbewegung. Im Italien der 1960er und 1970er Jahre, als die Autonomia-Bewegung sich auf einem Höhenflug befand, enstanden zahlreiche „centri sociali“, von denen einige bis heute existieren. Und auch heute knüpfen etwa das Lucy-Parson- Center unserer Fellow Wobblies in den USA oder Projekte wie „Wilhelmsburg Solidarisch“ erfolgreich an diese Idee an.

    Langsam vorantasten

    Als IWW Wien sind wir seit Jahresbeginn Mitglied im Volxclub, einem Raum am Familienplatz 6, den wir gemeinsam mit der KPÖ, den Jungen Linken, der Roten Hilfe Wien und anderen bespielen. Im Herzen Ottakrings gelegen, leicht zugänglich, ausgestattet mit zwei nett eingerichteten Räumen, Barbereich und Küche, bietet dieses Gassenlokal gute Voraussetzungen für solch ein Projekt. Auch die Nutzungspläne der anderen Gruppen, etwa die selbstorganisierte kostenlose Nachhilfe der Jungen Linken, klingen vielversprechend. Solche Ansätze könnten, kombiniert mit unserer Gewerkschaftsarbeit, eine Basis dessen bilden, was unter dem Modebegriff „neue Klassenpolitik“ vielerorts diskutiert wird: eine Ausrichtung der Politik auf praktische Organisierung der Arbeiter:innenklasse fernab jeder Szenesubkultur. Sie kann Stadtteilarbeit im besten Sinne sein und Arbeiter:innen aus der direkten Umgebung zusammenbringen, die sich anhand verschiedener sozialer Fragen organisieren – seien es Kindererziehung, Mieter:in- nenkämpfe, Zurückdrängung fundamentalistischer Milieus oder Arbeitskämpfe.
    Das Projekt ist derzeit in der Planungsphase und selbstver- ständlich wie die meisten Projekte durch Corona gebremst. Zudem wird es auch nach der Pandemie bewusst langsam, sich vorantastend, anlaufen. Als ersten Schritt wollen wir im Volxclub ab etwa Mitte Sommer monatlich unsere gewerkschaftliche Erstberatung anbieten und zudem unser dortiges Bücherregal, Teil einer gemeinsamen Bibliothek des Vereins, aufstocken. Wir freuen uns, wenn einige Fellow Worker Lust haben, sich am Projekt zu beteiligen, aber auch, wenn andere Initiativen Ähnliches aufbauen. In diesem Sinne: Schaffen wir ein, zwei, viele Worker Center!

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