Das im Oktober 2017 erschienene Buch „Wobblies of the World“ beleuchtet die internationale Ausstrahlung der IWW während der ersten Jahrzehnte nach ihrer Gründung

Die IWW ist eine basisdemokratische, von Arbeiter_innen geführte weltweite Gewerkschaft für alle Arbeiter_innen an allen Arbeitsplätzen.
Engagiert in der Organisierung in unseren Betrieben und unserem sozialen Umfeld.
Gegründet 1905, stehen wir zu unseren Prinzipien, dass die Klasse der Arbeiter_innen und die Klasse der Unternehmer_innen nichts gemeinsam haben und die Ausbeutung durch das Lohnsystem überwunden werden muss.
Durch Organisierung von unten, basierend auf Solidarität, formen wir die neue Gesellschaft in der Schale der Alten.
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Videos: Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse
Lumpenlieder der Nestbeschmutzer. Videos der Lesung der IWW-Wien vom 08.12.2017. Ein Abend mit rebellischen und unterhaltsamen Texten gegen die Tristesse dieses politischen Herbstes mit Francois Villon, Erich Mühsam, Jack London, Heinrich Heine, Jura Soyfer, „Big Bill“ Haywood, Elizabeth Gurley Flynn, Kurt Tucholsky und anderen.
Der „Aufruf“ von Tucholsky wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen. Ein Appell für die solidarische Unterstützung politischer Gefangener.
„Das Lied von der Ordnung“ (Jura Soyfer, ~1930) wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen. Es handelt vom Kampf gegen die ungerechte Gesellschaft.
„Demonstration der Arbeitslosen“ (Elizabeth Gurley Flynn) wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen. Elizabeth Gurley Flynn (* 7. August 1890 in Concord, New Hampshire; † 5. September 1964 in Moskau) war eine US-amerikanische Aktivistin der Arbeiterbewegung, Mitglied der IWW und kommunistische Politikerin. Der Text stammt aus der deutschen Ausgabe ihrer Autobiographie „I speak my own piece. Autobiography of „The Rebel Girl““.
Dieser Auszug aus „Der kommende Aufstand“ (Unsichtbares Komitee) wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen.
„Der kommende Aufstand“ ist ein linkspolitischer Essay, der erstmals 2007 unter dem Titel L’Insurrection qui vient in französischer Sprache mit der Autorenangabe Comité invisible (Unsichtbares Komitee) erschien. 2009 wurde der Essay überarbeitet und fand zumeist über das Internet große Verbreitung.
Jack Londons „Streikbrecher“ wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen.
Jack London (* 12. Januar 1876 in San Francisco als John Griffith Chaney; † 22. November 1916 in Glen Ellen, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane „Ruf der Wildnis“ und „Wolfsblut“ sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman „Der Seewolf“ und den autobiographisch beeinflussten Roman „Martin Eden“. […]
Als erfolgreicher Schriftsteller bekannte London sich in seinen politischen Essays, geprägt durch harte Erfahrungen in der Kindheit, häufig zu den unteren Schichten der Gesellschaft und offen zum Sozialismus, wenn auch sehr eigener Prägung. Er war bis kurz vor seinem Tod Mitglied der Socialist Party der Vereinigten Staaten und bewarb sich 1901 für diese Partei erfolglos um das Amt des Bürgermeisters von Oakland.
Francois Villons „Ballade von den Armen und den Reichen“ wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen.
François Villon (* 1431 in Paris; † nach 1463; sein eigentlicher Name war vermutlich François de Montcorbier oder François des Loges) gilt als bedeutendster Dichter des französischen Spätmittelalters.
In seinen beiden parodistischen Testamenten und in zahlreichen Balladen verarbeitet er die Erlebnisse seines abenteuerlichen Lebens als Scholar, Vagant und Krimineller.
Das von Tucholsky unter dem Pseudonym Theobald Tiger verfasste Werk „Lösung“ von 1931 wurde am 08.12.2017 bei der IWW-Veranstaltung „Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse“ in Wien gelesen. Es handelt von der Mühelosigkeit, mit der die Kapitalist*innen in der Weltwirtschaftkrise ihre Verluste auf die arbeitenden Menschen abwälzen konnten.
Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.
Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“ erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker (Literatur, Film, Musik). Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten – vor allem in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.
weitere Videos findet ihr auf der Facebookseite der IWW-Wien.
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Wir geben nicht nach! – Ein Abend gegen die Tristesse
Bernd Remsing liest rebellische und unterhaltsame Texte von gestern für heute.
Ein Abend gegen die Tristesse dieses politischen Herbstes mit Erich Mühsam, Jack London, Jura Soyfer, „Big Bill“ Haywood, Elizabeth Gurley Flynn, Kurt Tucholsky, Erich Kästner und anderen.Eine Veranstaltung der IWW WienFreitag, 8. Dezember, 19h
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Und plötzlich merkt man, dass man gemobbt wird!
von X362729
Eigentlich hat alles ganz gut begonnen. Eine Stellenausschreibung, ein Bewerbungsschreiben hingeschrieben, noch am gleichen Tag einen Anruf bekommen, kurz darauf einen Termin für ein Vorstellungsgespräch, zwei Stunden probearbeiten, Zusage erhalten und dann gleich einmal den unbefristeten Dienstvertrag unterschrieben.
Ich bekam einen schicken Schreibtisch, wurde gemütlich eingeschult, bekam tolles Feedback, was ich nicht für eine Bereicherung für das Team wäre und was ich nicht für tolle Arbeit leiste. Irgendwie komisch war es zwar schon, aber selber konnte ich es irgendwie nicht ganz greifen. Ein diffuses Gefühl war vorhanden, manches Verhalten von Kolleg*innen ließ sich nicht ganz einordnen, aber nichts Greifbares, nichts, was konkret feststellbar gewesen wäre.
Und dann ging es auf einmal Schlag auf Schlag. Ein Kollege wurde gekündigt, was dazu führte, dass man sich selber noch unwohler fühlt. In Besprechungen und bei Planungen bzgl. des Dienstablaufes wird man plötzlich außen vor gehalten, man bekommt nicht mehr alle Informationen, es wird getuschelt. Jede Handlung von einem wird in Frage gestellt, alles muss nachbesprochen werden und ich musste mich für alles rechtfertigen, warum ich wie und warum gehandelt habe. In dieser Zeit hat es auch angefangen: ich fühlte mich abgekämpft, müde, so richtig guter Schlaf wollte sich auch nicht mehr einstellen. Zweifel an der eigenen beruflichen Kompetenz kamen auf. Das Privatleben litt darunter, ich agierte nur mehr genervt oder im beruflichen Rahmen unterwürfig meinem Team und im speziellen meiner Vorgesetzten gegenüber, die zugleich Betriebsrätin im Unternehmen war. Die Hoffnung war lange da, dass sich die Situation verbessern würde, dies nur für eine kurze Zeit so ist, dass das alles nur wegen des gekündigten Kollegen so ist.
Je mehr ich mich an die Teamdynamik anpasste, desto mehr Druck wurde auch auf mich ausgeübt, desto mehr musste ich mich verteidigen, meine Arbeit begründen. Mehr und mehr beruflich relevante Informationen wurden mir vorenthalten, Themen wie Urlaubsplanung wurden ohne mich besprochen und die eigene Planung des Urlaubes wurde zum großen Problem gemacht. Berufliche Unterlagen verschwanden und wurden plötzlich hervorgeholt, um mir vorzuwerfen, dass ich Informationen vorenthalte und „mein“ Team nicht an meiner Arbeit teilhaben lassen will. Vorwürfe, dass meine Sprache zu abgehoben ist und ich ein Sexist sei und angeblich auch eine Kollegin beschimpft habe.
Es brauchte ein paar Monate, bis mir klar wurde, dass hier was extrem schief läuft und ich eigentlich in einer Dynamik war, in der ein Blick auf die eigene Situation einfach nicht mehr möglich war. Nun, ich bin grundsätzlich nicht zaghaft, was Konflikte am Arbeitsplatz betrifft, bin seit Jahren politisch und/oder gewerkschaftlich aktiv, IWW-Organzier und habe selbst Fellow Worker in ähnlichen Situationen begleitet und beraten. Aber selbst in dieser Situation zu sein, zeigt plötzlich auf, wie schnell man in einer Dynamik ist, in der man alleine einfach nicht mehr rauskommt. Die Erkenntnis des Mobbings/Bullyings ereilte mich eines morgens vor der Arbeit, nachdem ich wieder wenige Stunden geschlafen hatte und einfach frustriert an die Wand starrte.
Also was tun? Der Vorteil als IWW-Mitglied ist zunächst einmal der Rückgriff auf Wissen und Unterstützung. Ich kontaktierte andere Organizer*innen der IWW-Wien und erzählte, was gerade Thema ist bei mir. Weiters stellte ich Kontakt zu dem gekündigten Kollegen her und erzählte meine Situation meinen Fellow Workern vor Ort. Und dann ging es wieder Schlag auf Schlag. Mit Organizer*innen meiner Ortsgruppe wurden mögliche Ziele formuliert und Strategien ausgearbeitet. Das Treffen mit dem gekündigten Kollegen war durchwegs interessant, da er einen ehemaligen Kollegen mitbrachte, dem es ähnlich ergangen war. Fellow Worker meiner Ortsgruppe riefen mich an, schickten mir E-Mails und waren für mich da. Und plötzlich hatte ich wieder Macht, nicht nur emotional, sondern auch meiner Vorgesetzten und meinem Team gegenüber. Zu wissen, was man tun soll und nicht alleine zu sein ermöglichte mir viel Freiheit und Handlungsspielraum. Damit konnte ich die Situation beeinflussen, ja sogar gezielt kontrollieren.
Und so passierte es auch. Ich wurde wieder zu einem Gespräch mit meiner Vorgesetzten geladen, nur diesmal erklärte ich die Situation sachlich, ruhig, aber durchwegs bestimmt. Das führte zunächst allerdings dazu, dass es im Team ein großes Drama gab, wie furchtbar ich nicht sei. Am nächsten Morgen kam auch schon der Anruf der Personalabteilung: Ich brauche nicht in die Arbeit zu kommen und ob ich morgen ins Personalbüro kommen kann.
So war es dann auch. Nächster Tag: Termin beim Personalchef. Hier orientierte ich mich an dem, was die Organizer*innen der IWW-Wien empfohlen hatten bzw. was wir gemeinsam erarbeitet hatten. Nach einer einstündigen Unterredung wurde ich für drei Wochen bei vollen Bezügen freigestellt.
Drei Wochen später war ich wieder im Büro des Personalchefs, diesmal für eine Aussprache mit Personalchef und direkten Vorgesetzten. Ruhig bleiben, sachlich bleiben und nicht Ärgern war die Devise. Dies hatte den Effekt, dass meine Vorgesetzte minütlich aufbrausender und ungehaltener wurde. Dies ging soweit, dass der Personalchef die Aussprache abbrach und ich für weitere drei Wochen bei vollen Bezügen freigestellt wurde.
Nach insgesamt sechs Wochen bezahlter Freistellung bekam ich erneut einen Anruf und meine neue Dienststelle wurde mir mitgeteilt.
Keine Frage, es war keine großes Tamtam, keine fliegenden Fahnen, keine spektakulären Aktionen, keine heroischen Taten von Sabotage und Direkter Aktion. Aber es war Schutz, Sicherheit, verhinderte dass ich aufgrund Bossings in finanzielle Schwierigkeiten geriet, es schütze meine Gesundheit, und das für mich definierte Ziel war vorhanden. Und hier zeigte sich für mich im kleinen Rahmen die Macht und die Effizienz der IWW – ohne lange Gerichtsprozesse, ohne bürokratische Hürden. Ja, ich habe die Gespräche selbst geführt, aber ohne meine Gewerkschaft, hätte ich weder die Taktik entwickeln können, noch die Kraft gehabt, diese umzusetzen. Sich austauschen zu können, Strategien und Handlungsmöglichkeiten gemeinsam zu entwickeln, zu wissen, dass man nicht alleine ist, dass Unterstützung da ist – dies hat es mir ermöglicht, erfolgreich die Situation zu verändern.
Und dann? Meine neuen Vorgesetzten nach der Versetzung griffen mich mit Samthandschuhen an und waren sehr bemüht, das ich mich auf alle Fälle „wohl“ fühlte. Tja, eines Tages läutete mein Telefon: Ob ich an einer Stelle in einem anderen Unternehmen Interesse hätte. Mehr Bezahlung, weniger Stunden. Also ging ich wieder zu meinem Personalchef, welcher mir erklärte, wie schade es sei, dass ich kündige, aber er freue sich, dass die Probleme gelöst werden konnten. Und meine Minusstunden, die ich angesammelt hatte? Nein, natürlich werden diese nicht mit meinen Urlaubstagen gegengerechnet und ich soll mir doch einfach aussuchen, ob ich meinen Resturlaub konsumieren möchte oder dieser ausbezahlt werden soll.
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Einfühlsamkeit + Aktivismus = Solidarität (Langversion mit Videos)
Ein Rückblick auf einen berührenden Abend mit Billy Bragg.

Billy Bragg (Credit: Michael Barbour) Am 12. August, kurz bevor uns die erschütternden Nachrichten vom Nazi-Angriff in Charlottesville erreichten, erlebten wir, ein paar Wobblys, im Wiener WUK ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Konzert. Billy Bragg, der linke Liedermacher aus Großbritannien war nach Wien gekommen. Nicht nur, um uns seine Balladen und Protestlieder zu singen, sondern auch, um uns Mut zu machen. Mut, weiterzukämpfen und nicht wegen der gefährlichen politischen Lage aufzugeben oder in Zynismus zu versinken.
Das Konzert beginnt vergleichsweise ruhig – ohne Ansagen und mit minimalistischer, weißer Beleuchtung, die nur sporadisch mit Farbnuancen im Hintergrund gewürzt wird.Dann aber fängt Bragg plötzlich an, zwischen den Liedern zu den Menschen im Publikum zu sprechen und spannt ein Band, das bis zum letzten Ton des Abends nicht reißen sollte.
Mit einer wirklich außergewöhnlichen Einfühlsamkeit erzählt er in seinen Liedern und Geschichten von der Liebe und den großen und vermeintlich kleinen Schwierigkeiten und sozialen Kämpfen, mit denen wir uns in unseren Leben herumschlagen müssen. Dabei gibt er uns das Gefühl, das uns sonst kaum jemand öffentlich zu geben vermag: das wir alle wertvoll sind. Dies fühlt sich nicht nur gut an, sondern ist auch bemerkenswert in einer Zeit, in der das verächtliche Herabwürdigen von Menschen, die weniger Geld haben, allgemein akzeptiert und oft beklatscht wird.
Francisco Goyas Kunstwerk Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer (Originaltitel: El sueño de la razón produce monstruos). Billy Bragg nennt diese Politik den Krieg gegen die Einfühlsamkeit. Ein Krieg mit dem Ziel, den Zusammenhalt unter den Ausgebeuteten gegen die Angriffe des Kapitals zu verhindern.
Mit dem Lied The Sleep of Reason, das vom gleichnamigen Kunstwerk Francisco Goyas inspiriert ist, reflektiert Bragg die BREXIT-Abstimmung und den Wahlsieg Donald Trumps. Er hinterfragt, warum nicht einmal über die für die Menschen existentiell wichtigen Fragen wie Einkommen, Gesundheitsversorgung und Bildung abgestimmt wird, sondern die persönliche Unsicherheit auf die Zuwanderung gelenkt wird.
In The King’s Tyde and the Sunny Day Flood erzählt er vom Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel. Im Süden der USA führt dies beispielsweise dazu, dass tausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen, weil diese durch die monatlichen Überflutungen unbewohnbar werden. Besonders betroffen sind davon Menschen, die sich ein neues Zuhause nicht leisten können und für die sich die Stadtverwaltungen nicht interessieren – auch der Klimawandel ist eine Klassenfrage.
Zwischendurch nimmt Billy Bragg einen kurzen Abstecher zur Folk-Musik. Am 20. Jänner, dem Tag der Angelobung von Donald Trump, hatte er einen neuen Text für Bob Dylan’s The Times They Are A-Changin‘ geschrieben, in dem er beschreibt, wie die Rechten die Zeit zurückdrehen und eine von Unterdrückung bestimmte Gesellschaft errichten wollen.
Zum Repertoire Braggs gehören neben den Protestliedern auch eine Menge Lieder über glückliche und unglückliche Liebe. Shirley, A New England oder Milkman of Human Kindness sind nur drei der Balladen, die er an diesem Samstagabend für uns singt.Für Billy Bragg besonders inspirierend war der us-amerikanische Liedermacher Woody Guthrie gewesen. Mit dessen She Came Along to Me drückt seine Solidarität mit den Frauen aus, die für ihre Selbstbestimmung und gegen das lauter werdende frauenfeindliche, konservative Geschrei kämpfen. Aber er ruft auch die Männer auf, sich von patriarchalen Rollenerwartungen zu befreien. Handyman Blues ist eine Hommage und ein Weckruf an alle Männer, die die Schnauze voll davon haben, gute Heimwerker sein zu müssen.
Don’t be expecting me to put up shelves or build a garden shed
But I can write a song that tells the world how much I love you instead
I’m not any good at pottery so let’s lose the ‚t‘ and just shift back the ‚e‘
And I’ll find a way to make my poetry build a roof over our heads.
(Handyman Blues)Als Billy Bragg auf der Bühne spricht, betont er immer wieder, wie wichtig die Musik ist. Mit ihr könnten Geschichten erzählt werden, die die Herzen, nicht nur die Hirne erreichen. So wichtig die Musik für unseren Zusammenhalt und unsere Ermutigung sei, kann sie uns nicht ersparen, dass wir aktiv werden. Denn Einfühlsamkeit plus Aktivismus ist Solidarität. Diese ist bekanntlich unsere einzige Waffe und wie mächtig sie ist, erklärte Bragg gegen Ende des Abends mit seiner alten Gewerkschaftshymne There is Power in a Union.
There is power in a factory, power in the land
Power in the hands of a worker
But it all amounts to nothing if together we don’t stand
There is power in a Union
(There is Power in a Union.)
Wir können auf ein in vielerlei Hinsicht sehr ergreifendes Konzert zurückblicken und hoffen, Billy Bragg noch oft zuhören zu können. Den Nazis in Charlottesville wollen wir folgende Worte ausrichten, die Woody Guthrie 1942 niedergeschrieben hat: You’re bound to lose, you fascists bound to lose!
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SOLID! Ausgabe 2 2017 erschienen
Die 2. SOLID! (Flugschrift der IWW-Wien) für dieses Jahr ist nun erschienen.
Aus dem Inhalt:
- Solidarisch statt flexibel
- Arbeitskämpfe bei VW
- Proteste und wilde Streiks in Bulgarien
- #Deliverunion
- Einfühlsamkeit + Aktivismus = Solidarität
- Vor 90 Jahren: Massaker in der Columbine Mine
- Frank Little – vor 100 Jahren ermordet
Die aktuelle Ausgabe könnt ihr euch hier runterladen, in ausgewählten Bibliotheken und Buchhandlungen zur freien Entnahme. Gerne schicken wir euch ein gedrucktes Exemplar kostenlos zu (Bestellung via E-Mail an wien@iww.or.at).
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Stelllungnahme des GDC der IWW (NARA), zum faschistischen Anschlag in Charlottesvill (USA)
Folgend eine Stellungnahme des GDC zu dem faschistischen Anschlag in Charlottesvill (USA) in deutscher Sprache. Übersetzung durch das Kommunikationskomitee der IWW-Wien (GLAMROC). Rückfragen an: wien@iww.or.at.
Nach dem Mord von Charlottesville müssen wir uns zusammenschließen, um uns und einander zu verteidigen.
In Charlottesville, Virginia veranstaltete heute ein Bündnis verschiedener faschistischer Gruppierungen eine Kundgebung unter dem Motto „Vereint die Rechte!“, auf welcher sie einen weiteren Mord verübten. Ein Faschist fuhr sein Auto mit voller Geschwindigkeit gezielt in mehrere Fahrzeuge nahe der antirassistischen Gegendemonstration und machte diese zu einer auf die Protestierenden gerichteten Waffe. Dabei starb eine 32-jährige Frau und viele weitere Personen wurden verletzt.
Wir sind entsetzt, aber nicht überrascht über die anwachsende politische Gewalt der „Alt-Right“-Bewegung und anderer faschistischer Gruppen im ganzen Land. Der heutige Mord war kein Einzelfall, sondern der letzte in einer Reihe gewalttätiger faschistischer Angriffe und Morde. In Seattle war ein Mitglied der IWW/GDC angeschossen, in Portland zwei Personen durch Messerstiche getötet und in Minnesota kürzlich ein Bombenanschlag auf eine Moschee verübt worden.
Faschismus ist eine tödliche Bedrohung für uns alle. Wir kommen nicht drum herum, dem entgegenzutreten. Politiker*innen, die Polizei und Universitäten werden uns nicht retten. Und auch keine Wahlen. Wie immer unterstützte und schützte die Polizei die Faschist*innen, ließ Gewalt gegen die Gegendemonstrant*innen zu bzw. wirkte dabei mit. Universitätsbedienstete weigerten sich, Studierende und Andere durch das Sicherheitspersonal vor einer Bande hunderter Faschist*innen zu schützen.
Das General Defense Committee (Allgemeines Verteidigungskomitee) ruft alle Menschen, die das Leben, die Freiheit und die Würde der Menschen wertschätzen, auf, sich dem Kampf gegen den Faschismus auf jede ihnen mögliche Weise anzuschließen. Unterstützt die Überlebenden und die Angehörigen der Ermordeten mit Geldspenden. Sprecht mit euren Familien und Freund*innen, euren Arbeitskolleg*innen, euren Nachbar*innen und entwickelt einen Weg, dem faschistischen Hass direkt und konkret entgegenzutreten, wo auch immer er zum Vorschein kommt. Wenn du kannst, schließe dich dem nächsten General Defense Committee oder einer anderen antifaschistischen Gruppe an.
Dies könnte der Beginn einer neuen Phase im Kampf gegen den Faschismus sein. Wir müssen den vor uns liegenden Herausforderungen ins Auge blicken, uns wehren und die Faschist*innen besiegen. Wir müssen einander verteidigen. Wir alle sind dazu aufgerufen.
Ein Angriff auf eine(n) ist ein Angriff auf alle!
Das General Defense Committee (GDC) der Industrial Workers of the World (IWW).
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Cartoon „Geschichte der IWW 1905-1924“
Den Cartoon “ A cartoon history of the IWW (1905-1924)“, in englischer Sprache aus dem Jahr 1993 könnt ihr euch hier downloaden (Achtung 30MB Datei) oder online Lesen.
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Bis zu 75 Jahre Haft für Gewerkschafter*innen!
Brief der J20 Defense Campaign des Mid-Atlantic General Defense Kommittees der Industrial Workers of the World.
(Übersetzung der IWW-Wien | staging.iww.or.at/)
Am 20. Januar 2017 gingen Tausende in Washington D.C. auf die Straße, um gegen die Angelobung Donald Trumps als Präsident zu protestieren. Während einer der vielen Protestmärsche, die an diesem Angelobungstag stattfanden, zeigte die Metropolitan Police von D.C. der Welt, auf welche Art sie vorhatte, in Zukunft mit Widerspruch umzugehen: Kurz nach Beginn des Protests wurden hunderte Protestierende mit Pfefferspray, Gummigeschossen und Gummiknüppeln angegriffen. Die Polizei kesselte über 200 Personen stundenlang ein und verhaftete sie im Anschluss. Die Mobiltelefone von allen Verhafteten wurden als Beweismittel konfisziert und durchsucht. Bei der Entlassung wurde ihnen eine Anklage wegen Ausschreitungen überreicht. Monate später legte der US Bundesstaatsanwalt nach und erhob Anklage wegen acht weiterer schwerer Verbrechen, unter anderem „Verschwörung zu Ausschreitungen“. Die Protestierenden sind mit Strafmaßandrohungen von bis zu 75 Jahren Haft konfrontiert – alles für die Teilnahme an einer Demonstration.
Unter den Verhafteten waren über zwei Dutzend Mitglieder unserer Gewerkschaft, der Industrial Workers of the World und des für Rechtshilfe und Gemeinwesenarbeit zuständigen angegliederten IWW General Defense Kommittees (GDC). Als IWW und GDC wenden wir uns nicht ab von unseren Mitgliedern, sondern unterstützen ihr Recht, ihre politischen Standpunkte in Form von Protesten und Demonstrationen auszudrücken. Dies entspricht einer Tradition in unserer Gewerkschaft, die bis zu den Kämpfen für freie Meinungsäußerung des frühen 20. Jahrhunderts zurückreicht.
Seit den Verhaftungen haben die Staatsanwälte und die Polizei von D.C. eine Welle der Repression entfacht, die einem verstörenden Muster folgt und auch spezifisch gegen Mitglieder der IWW und des GDC gerichtet ist. So wurden Mitgliedskarten und Buttons als Beweise beschlagnahmt. Monate nach dem Protest wurde gegen drei Personen (zwei davon bekannte Mitglieder der IWW Ortsgruppe in D.C.) Haftbefehl wegen Verschwörung zu Ausschreitungen erlassen. Bevor diese Haftbefehle ausgestellt wurden, hatte das Büro des Staatsanwalts verlautbart, dass es separate Verfahren für verschiedene Gruppen geben würde. Einschließlich einer Gruppe, die fast ausschließlich Angeklagte umfasst, die Mitglieder der IWW oder GDC sind. Auch wenn sie dies nicht öffentlich zugeben werden, ist es offensichtlich, dass die städtischen Staatsanwälte von Washington D.C. die Mitgliedschaft in unserer Gewerkschaft als Beweis für eine kriminelle Handlung verwenden werden.
Dies ist nicht das erste und höchstwahrscheinlich nicht das letzte Mal, dass die IWW ins Visier der Repression genommen wird. Der Angriff auf Protestierende in D.C. ist Teil eines größeren Versuchs, Widerstand von Arbeiter*innen und Ausgegrenzten zu kriminalisieren und zum Schweigen zu bringen. D.C. ist nur einer von über einem Dutzend Staaten, die versuchen, Widerstand durch ihre Gesetzgebung und rigoros harte Strafen zu unterdrücken. Dies ist kein Zufall. Die Mächtigen wollen, dass Aktivist*innen und Organisationen Angst davor haben, gegen die Politik Trumps zu protestieren.
Die Arbeiter*innenbewegung kann keinen Erfolg haben, wenn Gewerkschaftsmitglieder wie Kriminelle behandelt werden, wenn sie gegen gewerkschafts- und arbeiter*innenfeindliche Politik und Politiker*innen protestieren. Keine soziale Bewegung kann in derart repressiven Umständen tätig sein. Wir sind immer dem Prinzip gefolgt „Ein Angriff auf eine*n ist ein Angriff auf alle“. In diesem Sinn rufen wir unsere Freund*innen und Verbündete in der Arbeiter*innen-Bewegung und in verbündeten progressiven oder linken Gruppen auf, diesen Brief zu verbreiten und den folgenden Antrag in ihren lokalen Gewerkschaften oder Organisationen zu behandeln:
„Wir sind tief besorgt über die rigorose Repression gegen alle Demonstrant*innen, die am 20. Januar 2017 ihre im ersten Zusatzartikel der Verfassung garantierten Rechte in Washington D.C. wahrgenommen haben und dafür angeklagt wurden. Wir unterstützen die Forderung, alle Anklagen gegen Protestierende fallen zu lassen. Zudem erklären wir uns bereit:
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info@midatlanticGDC.com zu kontaktieren, um den Namen unserer Organisation zu den Unterstützer*innen dieses Briefs anzufügen. Der Brief ist auf http://www.midatlanticgdc.com/letter abrufbar.
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Dass wir in angemessenen individuellen Beiträgen auf den Kanälen unserer Organisation in den verschiedenen Sozialen Medien unsere Unterstützung für diesen Brief ausdrücken.
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Dass wir die zuständigen Beamten oder Personen auffordern, eine Unterstützungserklärung für dieses Anliegen an den Bundesstaatsanwalt zu schicken: United States Attorney’s Office, ATTN: Channing Phillips, 555 4th Street NW, Washington, DC 20530
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Unsere Mitglieder zu ermutigen, sich an der Unterstützung der Angeklagten über die Webseiten www.defendj20resistance.org und www.midatlanticGDC.com zu beteiligen.
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