F.A.Q.


#1: Was ist die IWW?

Die IWW ist eine kämpfende, demokratische Gewerkschaft, deren Mitglieder davon überzeugt sind, dass die Interessen der Arbeiter*innen nur dann vollständig durchgesetzt werden können, wenn diese sich als Klasse wahrnehmen und organisieren. Die IWW will, dass alle Arbeiter*innen, die die gleiche Art von Arbeit machen, sich gemeinsam organisieren. Dass alle Arbeiter*innen in einem bestimmten Industriezweig eine industrieweite Gewerkschaft gründen. Dass schließlich alle, die für Lohn arbeiten, sich in der One Big Union, der weltweiten großen Gewerkschaft aller Arbeiter*innen zusammenfinden.

Die IWW unterscheidet sich von anderen Gewerkschaften dadurch, dass wir nicht glauben, dass die Probleme der Arbeitenden Klasse gelöst werden, indem wir Arbeitgeber um Brotsamen anbetteln oder Politiker um Gefälligkeiten. Wir kämpfen zwar um die Verbesserung unserer gegenwärtigen Lebens- und Arbeitsbedingungen, aber wir bestehen darauf, dass die arbeitenden Menschen ein Recht auf alles haben, was sie produzieren, nicht nur auf einen kleinen Anteil davon.

Arbeiter*innen werden unter Hunger und Unsicherheit leiden, solange es noch eine Klasse von Besitzenden gibt, die von niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen profitiert. Ebenso können Kriege, Ungerechtigkeit und Not nicht beendet werden, ohne das Profitsystem selbst zu beenden.

Während die IWW versucht, alle Arbeiter*innen in einer einzigen großen Gewerkschaft zu organisieren, strebt sie zugleich danach, in der Schale des alten Systems, das den Bedürfnissen der Menschen nicht gerecht wird, bereits die Strukturen einer neuen und besseren Gesellschaftsordnung aufzubauen.

#2: Wer kann Mitglied werden?

Jeder, der für Lohn arbeitet, kann eine IWW-Mitgliedskarte bekommen. Kein(e) Arbeiter*in kann aufgrund von Hautfarbe, Religion, Nationalität, Geschlecht oder sexueller Orientierung abgewiesen werden.

Die IWW ist allerdings keine Organisation für Denkfaule, für Feiglinge oder für Schwätzer. Sie will keine Mitglieder, die sich damit zufriedengeben, unkritisch irgendwelchen Führern zu folgen.

#3: Können Mitglieder anderer Gewerkschaften beitreten?

Ja. Manche IWW-Mitglieder sind zugleich Mitglied in einer anderen Gewerkschaft. Sie sind oft diejenigen, die in diesen Gewerkschaften das kämpferische Potenzial am Leben erhalten. Diejenigen, die ihre Gewerkschaft dazu antreiben, etwas für ihre Mitglieder herauszuholen und nicht komplett zu einer fügsamen Bewahrerin des Betriebsfriedens zu degenerieren, die letztlich nur den Bossen dient.

Solche Arbeiter*innen sind zudem der IWW beigetreten, weil sie eine Gewerkschaft aufbauen wollen, die stärker und furchtloser ist, als die etablierten Gewerkschaften. Eine Gewerkschaft, die der Einheit der Bosse, die überlegene Einheit der Arbeiter*innen entgegensetzt und der Macht der Besitzenden Klasse, die viel größere Macht der Arbeitenden Klasse.

#4: Steht die IWW in Konkurrenz zu anderen Gewerkschaften

Nein. Die IWW ist die einzige Gewerkschaft, die alle Arbeiter*innen als Klasse organisiert, statt sie in Teilgruppen zusammenzufassen, die sich untereinander bekämpfen. Die IWW glaubt nicht, dass die One Big Union aller Arbeiter*innen auf der gleichen Ebene mit den Spartengewerkschaften konkurriert, welche die Arbeiter spalten, statt sie zu vereinen.

Die IWW versucht nicht, die Gewerkschaftsbewegung zu verändern, indem sie die Kontrolle über die etablierten Gewerkschaften gewinnt oder ihre Mitglieder darin in gesicherte Positionen bringt. Solche Taktiken bringen die Lohnabhängigen nicht wirklich weiter, auch wenn sie erfolgreich angewendet werden.

Die gegenwärtige Situation der Gewerkschaften kann nicht durch einen Wechsel der Führungspersönlichkeiten oder der Machtverhältnisse verändert werden, sondern nur durch eine Basis, die sich ihrer Macht bewusst ist und ihr Ziel klar vor Augen hat: eine lebenswerte Welt für alle!

#5: Wer sind ihre Mitglieder?

Diejenige die deinen Cheesburger macht, derjenige der während der neuen Vernissage im die Toiletten putzt, die Krankenschwester mit der Doppelschicht, der Taxifahrer vor dir, die die Bio-Erdbeeren auf den Feldern pflücken, dein Rad reparieren, etc., kurz Menschen die dazu gezwungen sind Lebenszeit gegen Geld einzutauschen.

#6: Was bringt eine Mitgliedschaft?

Die Erfahrung zeigt, dass Verbesserungen der Arbeits- und Lohnbedingungen unmittelbar abhängig sind von dem Maß, in dem sich Arbeiter*innen an ihrer Arbeitsstätte organisieren und für ihre Interessen kämpfen.

IWW-Mitglieder, welche mit den Methoden und Taktiken der Direkten Aktion vertraut sind, können sich effektiv in Arbeitskämpfe einbringen. Die Erfahrung und die Ressourcen, welche die IWW bereitstellen, haben oft einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang dieser Auseinandersetzungen.

Dies sind materielle Werte, von denen IWW-Mitglieder und darüber hinaus die gesamte Arbeiter*innenschaft profitieren können. Darüber hinaus gibt es ebenso wichtige ideelle Gewinne. Die IWW gibt ihren Mitgliedern ein Gefühl von Zugehörigkeit, Solidarität und ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Sie verhilft Gewerkschafter*innen zu größerer Effektivität, indem sie ihnen beibringt, klug und koordiniert zu kämpfen. Sie bietet ihnen den Beistand der aufrichtigsten und furchtlosesten Bewegung innerhalb der Arbeiter*innenschaft.

#7: Ist die IWW demokratisch?

Die IWW ist eine Festung der Demokratie. Während das Mehrheitsprinzip gilt, gibt es zugleich eine ängstliche Sorge um die Rechte von Minderheiten, abweichende Meinungen zu vertreten. Alle wichtigen Fragen, sowie die Wahl der Funktionsträger*innen, werden durch ein Mitgliederreferendum entschieden. Funktionsträger, die den Erwartungen der Mehrheit nicht gerecht werden, können sofort abberufen werden. Sichere Posten, auf denen sich jemand bequem ausruhen kann, gibt es bei uns nicht.

Die Dauer, die jemand eine bestimmte offizielle Position innerhalb der IWW einnehmen kann, ist stark begrenzt. Die meiste Arbeit in der IWW wird unentgeltlich getan, denn die Organisation besteht aus Mitgliedern, die an ihre Sache glauben und sich gerne dafür einsetzen.

Eine Kernüberzeugung der IWW ist, dass die Basis die Gewerkschaft und ihre Funktionsträger kontrollieren muss, anstatt durch diese kontrolliert zu werden. Keine Gewerkschaft kann sich basisdemokratisch nennen, die durch unnötige Regularien die Freiheiten ihrer Mitglieder beschränkt oder Minderheiten mundtot macht. Aus diesem Grund gibt es in der IWW nicht mehr Regeln als unbedingt nötig.

#8: Wodurch bleibt die Demokratie in der IWW gewährleistet?

Obwohl die Struktur und die Verfassung der IWW darauf ausgelegt sind, die Basisdemokratie zu schützen, kann doch letztlich keine äußere Ordnung demokratische Verhältnisse garantieren, wenn der allgemeine Wille dazu nicht mehr vorhanden ist. Die Wurzel der Freiheit liegt nicht in Ordnungen, die Menschen jederzeit verändern können, sondern in den Menschen selbst.

Der beste Schutz demokratischer Verhältnisse in der IWW besteht in der Art ihrer Mitglieder. Mitglieder, die gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit gekämpft haben, werden es nicht zulassen, dass die Freiheit in der besten aller Organisationen verloren geht.

#9: Baut die IWW Leitungspersönlichkeiten auf?

In einem bestimmten Sinne ja.

Die IWW lehnt „Führer“ als solche ab. Denn Menschen, die führen, können auch auf Abwege führen. Arbeiter*innen wurden in der Geschichte immer und immer wieder betrogen durch Führer, denen sie vertrauten und folgten. Arbeiter*innen werden erst dann nicht mehr betrogen werden, wenn sie sich von vernünftigen Ideen leiten lassen und nicht von Menschen.

 

#10: Warum hassen Bosse die IWW?

Der Hass der Bosse auf die IWW ist so groß, dass sie wieder und wieder versucht haben, sie zu zerstören. Nur um festzustellen, dass sie um so stärker aus all diesen Angriffen hervorgeht.

Sie hassen die IWW, weil sie Angst vor ihr haben. Sie haben Angst vor der gewaltigen Macht, welche die Ideen der IWW freisetzen können. Wenn die Arbeiter*innen sich als Klasse organisieren, wenn sie sich auf sich selbst besinnen, wenn sie unmittelbar aktiv werden, um sich die Güter zu nehmen, die sie selbst geschaffen haben – wenn dieser Tag kommt, dann kann keine Macht auf der Erde den Fortschritt der Menschheit mehr aufhalten. Und dieser Tag wird für immer die Macht der herrschenden Klasse zerstören.

Sie hassen die IWW auch wegen ihrer unbeugsamen Aufrichtigkeit. Die IWW macht keine Kompromisse, sie kollaboriert nicht, sie verrät nicht ihre Ideale, sie weicht nicht zurück und kapituliert nicht.

Die Bosse haben keine Angst vor angepassten Gewerkschaften, die mit ihnen gemeinsame Sache machen. Diese sind oft so leicht zu kaufen, dass sie ständig dazu herangezogen werden, um die Arbeitskämpfe anderer Organisationen zu unterlaufen.

Angepasste Gewerkschaften akzeptieren oft die bestehenden Machtverhältnisse. Die IWW stellt diese infrage.

Angepasste Gewerkschaften betteln um Krümel von dem Brot, das die arbeitende Klasse produziert. Die IWW will den ganzen Laib.

Angepasste Gewerkschaften stellen sich oft gegen die Arbeitskämpfe anderer Gewerkschaften. Die IWW tut alles, um die Arbeitende Klasse zu einer unbesiegbaren Einheit findet.

Darum ist es schon vorgekommen, dass Bosse sich um Vereinbarungen mit anderen Gewerkschaften bemüht haben, nur um zu verhindern, dass die IWW in ihrem Betrieb Fuß fasst. Die Bosse wollen Gewerkschaften, die sie kontrollieren können, anstatt der One Big Union, die von den Arbeiter*innen kontrolliert wird.

#11: Ist die IWW verantwortungsbewusst?

Absolut. Die IWW übernimmt Verantwortung. Für ihre Mitglieder und für die arbeitende Klasse als Ganzes.

Sie ist jedoch nicht „verantwortungsbewusst“ in dem Sinne, in dem die Bosse dieses Wort verwenden, wenn sie andere Gewerkschaften loben. „Verantwortungsbewusst“ im Sinne einer zahmen, stubenreinen Hausmacht, welche die Bosse dafür verantwortlich machen, dass die Belegschaft ihnen keinen Schaden zufügt.

Die IWW verrät ihre Mitglieder nicht. Sie verrät nicht die Interessen der Arbeiter*innen. Sie verantwortet sich nur gegenüber der Arbeitenden Klasse.

#12: Ist die IWW radikal

Sie ist so radikal wie eine Wissenschaftlerin in ihrem Labor. Radikal, wie eine Chirurgin, die einen Tumor entfernt. Radikal, wie eine Lehrerin, welche echtes Wissen vermittelt.

Alles, was unser Leben heute besser macht, als es in der Vergangenheit war, wurde durch die Radikalen ihrer Zeit auf den Weg gebracht. Nur Radikalität ist in der Lage, die Welt von Hunger, Hass und Furcht zu befreien.

Der Fortschritt der Menschheit führte immer über einen Weg, der von Radikalen geebnet und mit ihrem Blut getränkt wurde. Solange es Ungerechtigkeit gibt, wird es auch Radikale geben. „Radikal“ ist ein Ehrentitel, auf den freie Frauen und Männer stolz sind.

#13: Unterstützt die IWW die Anwendung von Gewalt?

Nein. Die IWW ist bereit im Konflikt mit den Bossen jede wirksame Taktik anzuwenden. Sie ist dabei jedoch niemals gewalttätig geworden. Ihre mächtigste Waffe ist die Solidarität der Arbeitenden Klasse, die gemeinsam etwas schafft – nicht individualistischer Terrorismus, der zerstört.

Es waren bisher immer die Bosse, die begonnen haben, Gewalt anzuwenden. In solchen Fällen gesteht die IWW allen Arbeiter*innen – in Übereinstimmung mit dem Gesetz – zu, sich gegen Angriffe zu verteidigen.

Die Anwendung von Gewalt ist darüber hinaus nicht nötig. Alles, was Arbeiter*innen tun müssen, um die Welt zu erobern, ist, als Klasse zusammenzustehen und die Arme im Streik zu verschränken.

#14: Ist die IWW amerikanisch?

Ebenso könnte man fragen, ob Freiheit amerikanisch ist. Oder ob Gerechtigkeit und Menschlichkeit amerikanisch sind. Überall wo Arbeiter*innen unter der Macht von Bossen stehen, gibt es die Ideen, welche die IWW vertritt. Weil es ökonomische Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt gibt, ist auch die IWW auf der ganzen Welt präsent.

#15: Ist die IWW antireligiös?

Nein. Die IWW hat keine antireligiöse Agenda. Sie kümmert sich nicht um die religiösen Auffassungen ihrer Mitglieder. Glaubensfreiheit ist ein Teil der menschlichen Freiheit und die IWW strebt stets danach, die Freiheit für alle zu vergrößern, nicht zu verringern.

#16: Warum lehnen manche Gewerkschaftsführer die IWW ab?

Manche sog. Gewerkschaftsführer*innen haben es sich auf ihrem sicheren Posten so bequem gemacht, dass sie schon lange aufgehört haben, sich noch um die Interessen der Arbeiter*innen, bzw. der Gewerkschaftsbasis zu kümmern.

Manche Gewerkschaften sind so dekadent geworden, dass sie bestenfalls noch um ein paar Krümel von dem Brot betteln, dass durch die Arbeit ihrer Mitglieder erst produziert wird. Solche Gewerkschaften bringen Leiter*innen hervor, die in Wahrheit Sachverwalter der Arbeitgeber*innen sind.

Solche Gewerkschaftsfunktionäre*innen kümmern sich in erster Linie um ihre eigenen Posten und darum, dass sie für sich selbst etwas herausholen. Darum stellen sie sich gegen Basisdemokratie, machen die Mitglieder mundtot und unterdrücken jede Kritik.

Ihre Interessen korrespondieren mit den Interessen der Bosse. Beide sind Parasiten auf dem Rücken der Arbeiter*innen. Beide profitieren davon, wenn die berechtigten Interessen der Basis unterdrückt werden. Beide sind damit zufrieden, wenn die Gewerkschaftsstrukturen auf die Interessen der Funktionäre*innen und Bosse ausgerichtet sind.

Solche Gewerkschaftsführer*innen stellen sich nicht gegen die IWW, weil sie deren Ideen nicht verstanden haben, sondern weil sie diese nur zu gut verstehen. Eine erfolgreiche IWW würde das Ende ihrer Privilegien bedeuten. Würde bedeuten, dass Funktionäre*innen überflüssig werden, weil die Basis ihre Interessen selbst vertritt.

#17: Ist die IWW eine Geheimorganisation?

Es gab zwar Zeiten, in denen IWW-Mitglieder (wie viele andere Gewerkschafter auch) sich vor Verfolgung schützen mussten und deshalb ihre Mitgliedskarten in ihren Schuhen versteckt trugen. Dennoch war die IWW niemals eine Geheimorganisation.

IWW-Mitglieder sind stolz auf ihre Red Cards, die dokumentieren, dass sie Frauen und Männer sind, keine Herdentiere. Treffen und Veranstaltungen der IWW sind öffentlich und für alle zugänglich. Alle Arbeiter*innen sind eingeladen, daran teilzunehmen.

#18 Wie steht die IWW zur Politik?

Die IWW als Organisation hält sich aus der Parteienpolitik heraus und kümmert sich nicht um die politischen Überzeugungen ihrer Mitglieder. Sie verlangt lediglich, dass Mitglieder nicht aufgrund ihrer politischen Auffassungen Spaltungen in der Gewerkschaft hervorrufen. Alle Arbeiter*innen sollen in der Lage sein, ihre ökonomischen Interessen gemeinsam durchzusetzen, ohne sich durch ihre politischen Überzeugungen trennen oder ausbremsen zu lassen.

Die IWW konzentriert sich auf direkte ökonomische Aktionen, denn die Geschichte hat gezeigt, dass wer die ökonomische Macht besitzt, auch die Politik bestimmt. Die IWW glaubt, dass alles, was die Politik den Arbeiter*innen „gibt“, auch mit Zinsen wieder zurückgefordert werden kann und wird. Nur das, was die Arbeiter*innen sich durch ihre eigene ökonomische Macht angeeignet haben, können sie sich auch bewahren.

Die IWW hat die harte Wahrheit vollkommen verinnerlicht, dass die arbeitende Klasse sich nicht auf Funktionäre, Politiker oder Gebete verlassen kann. Die arbeitende Klasse kann sich nur auf die arbeitende Klasse verlassen. Sie kann nur durch innere Einheit und durch Aneignung und Ausübung ihrer eigenen ökonomischen Macht gewinnen.

#19: Was sind Direkte Aktionen?

Direkte Aktionen sind alle Maßnahmen und Taktiken, die Arbeiter*innen selbst und unmittelbar anwenden, um ihre Interessen durchzusetzen. Wenn Arbeiter*innen sich direkt an ihrer Arbeitsstätte zur Wehr setzen, indem sie die Arbeit niederlegen oder die Produktion verlangsamen, bis auf ihre Forderungen eingegangen wird, dann sind das Direkte Aktionen. Wenn Arbeiter*innen sich als Klasse zusammenfinden und einen umfassenden Generalstreik ausrufen, dann ist das eine Direkte Aktion.

Arbeiter*innen werden immer wieder betrogen, wenn sie sich auf etwas anderes verlassen als auf Direkte Aktionen. Wenn sie Politiker wählen, wenn sie sich auf Schiedsverfahren einlassen, wenn sie es Gerichten oder Behörden überlassen, ihre Angelegenheiten zu regeln. All diese Einrichtungen wurden geschaffen, um den Bedürfnissen der Besitzenden Klasse gerecht zu werden. Wer von diesen Institutionen Gerechtigkeit erwartet ist genau so naiv, wie jemand, der glaubt, dass Spielautomaten gebaut wurden, um diejenigen reich zu machen, welche dort Münzen hineinstecken. Ein gelegentlicher Gewinn soll nur die Vertrauenswürdigkeit einer manipulierten Maschine suggerieren.

Arbeitgeber machen sich erst dann wirklich Sorgen, wenn Arbeiter*innen direkte Aktionen anwenden, denn es ist für sie weder einfach noch billig, sich dagegen zu wehren. Arbeiter*innen haben in der Geschichte immer dann die größten Gewinne erzielt, wenn sie direkt und unmittelbar für ihre Interessen gekämpft haben.