{"id":42,"date":"2016-05-18T15:27:11","date_gmt":"2016-05-18T15:27:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iww.or.at\/?p=42"},"modified":"2016-06-23T22:05:18","modified_gmt":"2016-06-23T20:05:18","slug":"stehcafe-schwitzbude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/allgemein\/stehcafe-schwitzbude\/","title":{"rendered":"Stehcafe-Schwitzbude"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><a href=\"http:\/\/www.iww.or.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/swu_ueber-1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-183\" src=\"http:\/\/www.iww.or.at\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/swu_ueber-1-150x150.jpg\" alt=\"swu_ueber\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Geschichten \u00fcber allt\u00e4gliche Widerst\u00e4ndigkeit am Arbeitsplatz haben es oft schwer: Entweder werden sie nicht genug gesch\u00e4tzt und verschwinden, oder sie kursieren als HeldInnengeschichten im kleinen Kreis, am Kneipentisch, beim Bierchen \u2013 oder auch im Stehcaf\u00e9. Dass solche \u203aK\u00e4mpfchen\u2039 Potential haben und es wert sind, der blo\u00df kolportierten \u00dcberlieferung entrissen zu werden, zeigt die folgende Geschichte \u00fcber die Anf\u00e4nge der Starbucks-Organisierung in den USA von Erik Forman. Sie ist unter dem Titel \u00bbOk, which exit is it?\u00ab bereits 2013 in dem Sammelband von Scott Nappalos: \u00bbLines of Work: Stories of Jobs and Resistance\u00ab (Black Cat Press) erschienen, wurde von der Frankfurter Gruppe der IWW frisch \u00fcbersetzt und f\u00fcr den express leicht \u00fcberarbeitet und gek\u00fcrzt. Eine Anregung f\u00fcr die Produktion k\u00fcnftiger Geschichten \u00fcber HeldInnen des allt\u00e4glichen Arbeitskampfs \u2013 und f\u00fcr FreundInnen des schnellen Kaffees im Gehen\u2026<\/em><\/p>\n<p>\u00bbOk, welche Ausfahrt ist es?\u00ab<br \/>\n\u00bb494, richtig?\u00ab<br \/>\n\u00bbSchei\u00dfe, Mann. Ich wei\u00df es nicht! Normalerweise nehme ich die U-Bahn zur Arbeit.\u00ab<br \/>\n\u00bbVerdammt noch mal. Wie sp\u00e4t ist es? 12:30 Uhr. Mist. Wir haben gesagt, dass wir um 12:30 Uhr da sein werden.\u00ab<br \/>\n\u00bbUm Himmels willen! Wei\u00dft Du, ob Rachel und Christina schon da sind?\u00ab<br \/>\n\u00bbKeine Ahnung. Schau mal auf mein Handy. Haben sie mir geschrieben?\u00ab<br \/>\nIch fischte mein Handy aus der Tasche, das Lenkrad umklammernd, als der Dodge Karavan der Tante meines Kollegen den Highway entlang donnerte. Wir hatten keine Ahnung, wo wir lang fuhren, und nur den leisesten Hauch einer Ahnung, was wir machen w\u00fcrden, wenn wir ankommen.<br \/>\n\u00bbBleibt ruhig, Leute\u00ab sagte Jake vom R\u00fccksitz aus. \u00bbIch habe Rachel gerade geschrieben, sie versp\u00e4ten sich auch. Wir k\u00f6nnen uns um 12:45 Uhr treffen. Falls wir bis dahin die Mall of America finden.\u00ab<\/p>\n<p>Ich arbeitete seit ungef\u00e4hr sechs Monaten bei Starbucks in der Mall of America. Die Arbeitsbedingungen waren so schlecht, wie man sie erwarten w\u00fcrde bei acht Stunden Nonstop-Getr\u00e4nkeproduktion und Kundenkontakt, mit Schlangen, die bis vor die T\u00fcr reichen. Zehn-Minuten-Pausen, die aufgrund des Personalmangels immer Stunden zu sp\u00e4t zu kommen schienen. Das einzig Gute an der Arbeit in diesem Frappuccino-Sweatshop war die Kollegialit\u00e4t, die sich unter uns LohnsklavInnen im Alter um die zwanzig entwickelt hatte. Die letzten Monate \u00fcber hatten wir uns au\u00dferhalb der Arbeit getroffen, oftmals um nur ein paar Bierchen zu trinken, aber auch, um mit wachsender Ernsthaftigkeit Kampagnen zur Durchsetzung unserer Forderungen zu planen. Wir waren Teil der IWW-Starbucks Workers Union1 und wir hofften ein wenig darauf, unsere kleine Kaffeefabrik zu einem Standbein der ArbeiterInnenmacht in der Mall of America machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichten \u00fcber allt\u00e4gliche Widerst\u00e4ndigkeit am Arbeitsplatz haben es oft schwer: Entweder werden sie nicht genug gesch\u00e4tzt und verschwinden, oder sie kursieren als HeldInnengeschichten im kleinen Kreis, am Kneipentisch, beim Bierchen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[52],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=42"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":184,"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/42\/revisions\/184"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=42"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=42"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}