{"id":253,"date":"2016-09-01T16:29:41","date_gmt":"2016-09-01T14:29:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.iww.or.at\/?p=253"},"modified":"2016-09-27T13:59:47","modified_gmt":"2016-09-27T11:59:47","slug":"da-kann-mensch-stricken-was-mensch-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/allgemein\/da-kann-mensch-stricken-was-mensch-will\/","title":{"rendered":"Da kann mensch stricken was mensch will!"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\">Ende September pr\u00e4sentieren Teilgewerkschaften des \u00d6sterreichischen Gewerkschaftsbundes den l\u00e4ngsten Schal \u00d6sterreichs. \u201eStricken gegen die soziale K\u00e4lte\u201c lautet das Motto, mit dem der \u00d6GB seine \u201eDirekte Aktion\u201c schm\u00fcckt. <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-254\" src=\"http:\/\/www.iww.or.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/streikstricken.jpg\" alt=\"streikstricken\" width=\"312\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/www.iww.or.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/streikstricken.jpg 638w, https:\/\/www.iww.or.at\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/streikstricken-213x300.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/p>\n<p align=\"justify\">Zum Hintergrund: Einsparungen im Sozialbereich, wie sie in vielen Bundesl\u00e4ndern \u00fcblich sind, haben neue Dimensionen angenommen. Sehr viel Aufmerksamkeit in den Medien erf\u00e4hrt dazu derzeit das Land Ober\u00f6sterreich. Aber auch in anderen Gebieten wie zum Beispiel in Wien werden kleinere Projekte der Sozialen Arbeit eingespart oder gek\u00fcrzt. In der Steiermark wurde rigoros um 25% gek\u00fcrzt. Kurz: Sparen ist das neue Paradigma! Die Bundesregierung schaut vor allem im Bereich der offenen Jugendarbeit voller Begeisterung in Richtung Irland. Im Vergleich zur Sozialen Arbeit sowie der Gesundheitsvorsorge auf der gr\u00fcnen Insel gibt es in \u00d6sterreich noch unheimlich viel Einsparpotential. Billig ist das System in Irland, aber auch eines der schlechtesten in der ganzen EU.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und die gr\u00f6\u00dfte Gewerkschaft \u00d6sterreichs macht was? Jahrelang werden Einsparungen hingenommen, engagierte Betriebsr\u00e4t*innen im Sozial Bereich in der Luft h\u00e4ngen gelassen, und alternative Gewerkschaften sofort niedergemacht, um die Position zu wahren. Kein F\u00fcnkchen Macht darf verloren gehen, wie geschehen bei Asklepios im KAV-Konflikt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Der \u00d6GB nimmt nur sich selbst bzw. in ihm organisierte Gewerkschaften als Gewerkschaft wahr, da er Kollektivvertr\u00e4ge scheinbar verhandelt. Die l\u00e4cherlich geringen j\u00e4hrlichen Lohnerh\u00f6hungen, vertraglich festgelegten Ausnahmen, die Lohndr\u00fcckerei gerade im Sozialbereich ohne weiteres erlauben, sind ja bekannt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und nun, nachdem die Konflikte ausgesessen wurden und zeitgleich scheinbar emp\u00f6rte Presseaussendungen get\u00e4tigt wurden, wird gestrickt. Der l\u00e4ngste Schal gegen soziale K\u00e4lte wird dann am Stephansplatz pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wir sagen: da kann mensch stricken was mensch will. Im Sozialbereich wird solange eingespart und zu Tode gek\u00fcrzt, solange die Arbeiter*innen sich nicht organisieren und gemeinsam f\u00fcr bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und das ihrer Adressat*innen eintreten. Solange jede Einsparung kommentarlos hingenommen wird, wird sich in diesem Berufsfeld immer mehr das Paradigma der Normalisierungsarbeit entwickeln und im Endeffekt zu einer systemfunktionalistischen Elendsverwaltung verkommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Statt zu stricken, sollte einfach einmal gestreikt werden. Um zu zeigen, dass wir Arbeiter*innen im Sozialbereich nicht jede Ungerechtigkeit hinnehmen. F\u00fcr uns gilt das Argument \u201eKein Geld ist da\u201c nicht, wenn gleichzeitig die Etats von Milit\u00e4r, Banken und der Polizei erh\u00f6ht werden, damit sie, so die Argumentation der Politik, ihre Arbeit ordentlich machen k\u00f6nnen. Und der Sozialbereich soll weiterhin mittellos und lohngedumpt Wunder bewirken.<\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_GoBack\"><\/a> IWW-Wien \u2013 I.U. 610 (Gesundheit und Soziales)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende September pr\u00e4sentieren Teilgewerkschaften des \u00d6sterreichischen Gewerkschaftsbundes den l\u00e4ngsten Schal \u00d6sterreichs. \u201eStricken gegen die soziale K\u00e4lte\u201c lautet das Motto, mit dem der \u00d6GB seine \u201eDirekte Aktion\u201c schm\u00fcckt. 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