{"id":2116,"date":"2009-10-20T21:00:34","date_gmt":"2009-10-20T19:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/iwwaustria.wordpress.com\/?page_id=191"},"modified":"2009-10-20T21:00:34","modified_gmt":"2009-10-20T19:00:34","slug":"iww-faq","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.iww.or.at\/en\/iww-faq\/","title":{"rendered":"IWW? H\u00e4ufige Fragen!"},"content":{"rendered":"<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-100\" title=\"_images_iww_solidcircle\" src=\"http:\/\/iwwaustria.files.wordpress.com\/2009\/08\/images_iww_solidcircle1.jpg\" alt=\"_images_iww_solidcircle\" width=\"250\" height=\"371\" \/><\/strong><\/p>\n<p><em>Da es immer wieder gleich bzw. sehr \u00e4hnliche Fragen an uns gibt, geben wir ihr einmal auf so manche\u00a0 Antworten. Falls jemand Antworten haben m\u00f6chte, welche mehr ins Detail gehen schreibt uns einfach ein E-Mail und wir werden euch die Fragen so gut und genau wie nur m\u00f6glich beantworten. Wir werden diese Frageliste nat\u00fcrlich immer wieder bei Bedarf erweitern, um so viele Fragen wir nur m\u00f6glich beantworten zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Sind die IWW eine Gewerkschaft nur f\u00fcr FabrikarbeiterInnen?<\/strong><\/p>\n<p>Nach unserem Verst\u00e4ndnis ist jeder Mensch ein \u201eIndustrial Worker\u201c, der seinen Lebensunterhalt durch k\u00f6rperliche oder geistige Arbeit, egal ob am Stahlofen, im Krankenhaus, in der Tourismusbranche, als LehrerInnen oder Bankangestellte, verdient. Die IWW sind eine internationale Gewerkschaft die nicht an politische Parteien gebunden ist und alle ArbeiterInnen in einer einzigen, starken Gewerkschaft organisieren will.<\/p>\n<p>Als eine der ersten Gewerkschaften haben die IWW ImmigrantInnen, Frauen oder ungelernte ArbeiterInnen in ihren Reihen organisiert und auch heute finden sich ArbeiterInnen und Arbeitslose, \u201eHausfrauen\/-m\u00e4nner\u201c, Sch\u00fclerInnen, Studierende, Gefangene, \u201eSchwarzarbeiterInnen\u201c und (Schein-)Selbstst\u00e4ndige in der IWW.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wer braucht heute noch Gewerkschaften?<\/strong><\/p>\n<p>Mit l\u00e4ngeren Arbeitszeiten, steigender Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und immer mehr <img decoding=\"async\" title=\"Mehr \u2026\" src=\"http:\/\/iwwaustria.wordpress.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" alt=\"\" \/>arbeitsbedingten Krankheiten und Unf\u00e4llen werden k\u00e4mpferische Gewerkschaften immer wichtiger! Der herrschende Arbeitskult l\u00e4sst uns f\u00fcr die Arbeit leben anstatt f\u00fcr das Leben zu arbeiten w\u00e4hrend sich die Bedingungen f\u00fcr die ArbeiterInnen weiterhin verschlechtern.<\/p>\n<p>Die damit einhergehende Verschlechterung der Lebensqualit\u00e4t fordert von uns eine R\u00fcckbesinnung auf die klassischen Traditionen der ArbeiterInnenbewegung und das Engagement zur Selbstorganisierung internationaler, basisdemokratischer Gewerkschaftsarbeit.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen die IWW L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen an meinem Arbeitsplatz verbessern?<\/strong><\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt ganz von Dir ab, da die IWW kein universelles Patentrezept besitzt, Arbeitsk\u00e4mpfe f\u00fcr Dich zu gewinnen. Sollten Du und Deine KollegInnen jedoch Interesse haben, euch an eurem Arbeitsplatz zu organisieren um eure Interessen zu vertreten, k\u00f6nnt Ihr Euch jederzeit auf die volle Unterst\u00fctzung aller IWW-Mitglieder verlassen. Durch die gemeinsame Organisation in einer Gewerkschaft wie der IWW habt Ihr weit mehr Chancen Eure Interessen vor dem Boss zu vertreten.<\/p>\n<p>Die IWW haben jedoch keinen Gewerkschaftsvorstand der Euch sagt was Ihr zu tun habt, sondern bieten Euch auf der Basis von Freundschaft und Solidarit\u00e4t Ratschl\u00e4ge und Unterst\u00fctzung von Mitgliedern mit langj\u00e4hriger Erfahrung im t\u00e4glichen Arbeitskampf, sowie aktuelle Informationen zu Euren Rechten im Betrieb.<\/p>\n<p><strong>Wie stehen die IWW zu den bekannten Gewerkschaften?<\/strong><\/p>\n<p>Die zur Zeit gro\u00dfen Gewerkschaften haben seit jeher Hand in Hand mit den ArbeitgeberInnen gearbeitet. Ihr durch die Sozialpartnerschaft gepr\u00e4gtes Handeln beschr\u00e4nkt sich stets auf eine Einigung mit den Bossen ohne das Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis der ArbeiterInnen in Frage zu stellen. Radikale Arbeitsk\u00e4mpfe werden zu Gunsten des Standorts im Keim erstickt ohne die globalen Zusammenh\u00e4nge des Kapitalismus zu benennen.<\/p>\n<p>Diese Gewerkschaften organisieren ihre Mitglieder getrennt durch nationale Grenzen, Berufe und Ausbildungen wohingegen die IWW f\u00fcr eine gro\u00dfe Gewerkschaft (\u201eOne Big Union\u201c) aller ArbeiterInnen steht. So sollten zum Beispiel KrankenpflegerInnen in ihrem Arbeitskampf auf die Unterst\u00fctzung der \u00c4rztInnen, PharmazeutInnen, Verwaltungsangestellte und sonstigen Besch\u00e4ftigten des gleichen Krankenhauses z\u00e4hlen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><strong>Haben die IWW Verbindungen zu politischen Parteien?<\/strong><\/p>\n<p>Die IWW sind eine Gewerkschaft und keine Partei! Soziale Gerechtigkeit kann nur durch wirtschaftliche und soziale K\u00e4mpfe errungen werden.<\/p>\n<p>Die vielen Versuche \u201elinker\u201c Parteien die IWW zu unterwandern und nach ihren Zielen auszurichten wurden in der Vergangenheit stets abgewehrt, um eine sektiererische Spaltung der Gewerkschaft zu verhindern.<\/p>\n<p>Dennoch sind viele Mitglieder der IWW in politischen Parteien und Bewegungen aktiv so wie auch viele Gr\u00fcndungsmitglieder der IWW sich aktiv in der sozialistischen Politik beteiligt haben. Zudem gibt es viele anarchistische Mitglieder, sowie Gewerkschafter die sich keiner politischen Str\u00f6mung zurechnen wollen. Alleine das Engagement zur Abschaffung von Kapitalismus und Lohnarbeit machen uns zu einer \u201elinken\u201c Organisation ohne diese Bezeichnung bewusst zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>Wie stehen die IWW zum Staat?<\/strong><\/p>\n<p>Staaten haben sich immer als Verb\u00fcndete der Arbeitgeber und Kapitalisten erwiesen weshalb wir die Abschaffung der Lohnarbeit nicht der Legislativen \u00fcberlassen werden!<\/p>\n<p>Die IWW stehen jedoch nicht allein f\u00fcr die Abschaffung des Staates ein, da dieser nach unserem Verst\u00e4ndnis in der Wirtschaft kaum eine Rolle spielt. Wirtschaftliche Prozesse sollten alleine in den H\u00e4nden der ArbeiterInnen liegen die an eben jenen Prozessen beteiligt sind und die tragende Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong>Welches Ziel verfolgen die IWW?<\/strong><\/p>\n<p>Unser Ziel ist wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit in der alle Arbeitspl\u00e4tze von den Leuten organisiert werden die an ihnen arbeiten m\u00fcssen. Nie wieder wollen wir unser Leben in die H\u00e4nde von Bossen und Aktion\u00e4rInnen legen die ausschlie\u00dflich an ihrem eigenen Profit interessiert sind.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft nicht, dass sich die IWW f\u00fcr die Organisation wirtschaftlicher Prozesse verantwortlich zeigt, sondern unsere Methoden, Taktiken und Organisation die Mittel zur Wiedergewinnung der Produktionsg\u00fcter sind.<\/p>\n<p>Eine basisdemokratisch organisierte Wirtschaft f\u00fchrt automatisch zu einer gerechteren Verteilung des Wohlstands, sodass die Tage des Reichtums einiger Weniger zu Lasten der Mehrheit gez\u00e4hlt sein werden.<\/p>\n<p><strong>Was sind direkte Aktionen?<\/strong><\/p>\n<p>Das beste Druckmittel der ArbeiterInnenbewegung waren schon immer direkte Aktionen. Wir IWW Mitglieder glauben nicht an den Erfolg von Verhandlungen \u00fcber Dritte, sondern \u00fcben dort Druck aus wo wir ihn selbst kontrollieren k\u00f6nnen sei es durch Betriebsbesetzungen, Blockaden, langsames Arbeiten oder Dienst nach Vorschrift.<\/p>\n<p>Anstatt jedoch unsere Energie in langwierige Streiks zu investieren bevorzugen wir schnelle und effektivere Methoden die uns nicht die Verhandlungsweisen der Arbeitgeber aufzwingen und so zum Scheitern verurteilt sind. Direkte Aktionen sollten den Arbeitgeber hart treffen und das Risiko f\u00fcr die Arbeiter m\u00f6glichst gering halten.<\/p>\n<p>Viele \u00fcberholte Methoden des Arbeitskampfes haben die Gewerkschaften von Niederlage zu Niederlage gef\u00fchrt, weshalb wir uns ohne Anspruch auf das Patentrezept neue Wege suchen um unseren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen und so die Chance des Erfolgs zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>Was ist ein Generalstreik?<\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Generalstreik legen alle Arbeiter jeglicher Berufe ihre Arbeit nieder. Auch wenn ein Generalstreik von kurzer Dauer und begrenzten M\u00f6glichkeiten gepr\u00e4gt ist, so hat er jedoch einen symbolischen Wert: In der Wirtschaft l\u00e4uft nichts ohne Kooperation der ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>Wir zielen auf einen Generalstreik ab bei dem alle ArbeiterInnen der Welt die Kontrolle \u00fcber ihre Arbeitspl\u00e4tze erlangen um durch die Reorganisierung der Wirtschaft wieder f\u00fcr Ihre Bed\u00fcrfnisse statt f\u00fcr die der ArbeitgeberInnen zu arbeiten.<\/p>\n<p>Dies erfordert jedoch eine gebildete und gut organisierte ArbeiterInnenklasse was wiederum zu den Zielen der IWW geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Frauen in der IWW<\/strong><strong>?<\/strong><\/p>\n<p>Seit Gr\u00fcndung sind bis heute selbstverst\u00e4ndlich auch Frauen aktiv bei den IWW. Elizabeth Gurley Finn, eine der bekanntesten Frauen der IWW sagte einst:\u201c Die IWW wurden beschuldigt Frauen an die Front zu schicken. Dies stimmt jedoch nicht, sie wurden nur nie zur\u00fcckgehalten, weshalb sie nat\u00fcrlich an die Front gegangen sind.\u201c<\/p>\n<p>Arbeiten die aus traditioneller Sicht stets von Frauen verrichtet wurden, fanden oft bei den gro\u00dfen Gewerkschaften oft keine Anerkennung. Auch Frauen, die sich als Hausfrau verstehen oder mit der Erziehung Ihrer Kinder ausgelastet sind, sind stets bei den IWW willkommen um f\u00fcr sich bessere Bedingungen zu erk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><strong>Wie stehen die IWW z<\/strong><strong>um Krieg? <\/strong><\/p>\n<p>Jeder Krieg hat Gewinner und Verlierer, die aber nicht auf Seiten der Staaten zu finden sind. Die Herrschende Klasse macht ihren dreckigen Profit w\u00e4hrend die ArbeiterInnen Ihren Blutzoll an der Front bezahlen.<\/p>\n<p>Die Solidarit\u00e4t zwischen ArbeiterInnen kennt keine Staatsgrenzen, sondern nur den gemeinsamen Klassenfeind. Der einfachste Weg Staatskriege zu stoppen ist sich nicht an ihnen zu beteiligen und die Arbeiter in R\u00fcstungsindustrie und Armee \u00fcber die Ziele der IWW und somit die Interessen der ArbeiterInnen an sich aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Wie stehen die IWW zu umweltpolitischen Interessen?<\/strong><\/p>\n<p>In einer kapitalistischen Gesellschaft steht der Profit \u00fcber Mensch und Tier. Die Zerst\u00f6rung der Regenw\u00e4lder, \u00d6lteppiche oder saurer Regen sind nur ein paar Beispiele f\u00fcr die Gefahren, die durch staatliche Regulationen oder \u00f6ffentliches Aufschreien zwar verlangsamt, jedoch nicht gestoppt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die ArbeiterInnen in den Umwelt verschmutzenden Industrien haben es selbst in der Hand der Zerst\u00f6rung des Planeten entgegenzutreten und ihre Arbeit Sozial- und Umweltvertr\u00e4glich zu gestalten.<\/p>\n<p><strong>Klassenkampf?<\/strong><\/p>\n<p><em>Was Seid ihr? Hoffnungslos romantisch oder komplett altmodisch? Eine Antwort auf eine &#8211; zu Recht &#8211; h\u00e4ufig gestellte Frage an die Wobblies.<\/em><\/p>\n<p>Zugegeben: Wer heutzutage wieder von Klassenkampf redet macht sich verd\u00e4chtig. Der Begriff ist in Verruf geraten durch die K-Gruppen und ML-Parteien der 70er Jahre, die ihn ausgelutscht haben wie ein altes Hustenbonbon. Klassenkampf, das war f\u00fcr diese Strategen meist die Umsetzung der eigenen Parteilinie durch die aufgekl\u00e4rten \u201eMassen\u201c, die eines Tages nat\u00fcrlich unweigerlich zur Revolution f\u00fchren m\u00fcsste. Dieses mechanische und die ArbeiterInnen entm\u00fcndigende Verst\u00e4ndnis ist \u00fcbrigens keine alleinige Verirrung der 68er, sondern bereits seit den 1920er Jahren in den Kommunistischen Parteien zu beobachten, die sich an den Lehren Lenins, Trotzkis und Stalins orientierten. Es durchzog auch den DDR-Sozialismus und andere Staaten, wo der Klassenkampf per Definition abgeschafft wurde. Was nat\u00fcrlich Bl\u00f6dsinn war.<\/p>\n<p>Der Begriff des Klassenkampfes ist beinahe so alt wie das Modell der industriellen Produktion selbst, das sich seit der Einf\u00fchrung der Dampfmaschine in Kombination mit mechanisierten, arbeitsteiligen Manufakturen ab 1830 in verschiedenen Etappen auf der Welt durchsetzte.<\/p>\n<p>Der Klassenkampf existiert, weil das Verh\u00e4ltnis von Kapital und Arbeit kein stabiles, fest gef\u00fcgtes ist. Klassenkampf existiert nicht, weil die Arbeiter so unheimlich revolution\u00e4r w\u00e4ren und beseelt vom Fortschreiten des Sozialismus. Dem Klassenkampf sind die ArbeiterInnen unweigerlich ausgesetzt, ob sie wollen oder nicht. Wenn sie ihn nicht annehmen, sich ihm nicht (in welcher Form auch immer) stellen, verschlechtern sich ihre Lebensbedingungen. Seit den 1980er Jahren wird der Klassenkampf von oben massiv verst\u00e4rkt. Der sch\u00e4rfste Angriff in den vergangenen 30 Jahren erfolgte in Deutschland unter der Regierung Schr\u00f6der\/Clement\/M\u00fcntefering (SPD). Stichworte: Hartz IV, Rentenreform, Gesundheitsreform.<\/p>\n<p>Im Kern geht es der herrschenden Klasse dabei stets um folgendes Ziel: die Rendite f\u00fcr das eingesetzte Kapital zu steigern. Am Arbeitsplatz hei\u00dft das: Steigerung der Produktivit\u00e4t. Das kann geschehen durch Senkung der L\u00f6hne. Durch Verl\u00e4ngerung der Arbeitszeiten. Durch Intensivierung der Arbeit (mehr Stress, mehr Aufgaben zu erledigen, mehr Output), durch Einf\u00fchrung neuer Maschinen, Methoden und Verfahren. Au\u00dferhalb der Arbeitswelt ist die herrschende Klasse stets bem\u00fcht, uns das verdiente Geld, wieder vollst\u00e4ndig aus der Tasche zu ziehen. Bestes Beispiel: die st\u00e4ndig steigenden Mieten. Oder auch Senkung der Sozialleistungen, Einf\u00fchrung der privaten Rentenversicherung, Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer&#8230;.<\/p>\n<p><strong>Wieso schlie\u00dft ihr euch ausgerechnet einer us-amerikanischen Gewerkschaft an?<\/strong><\/p>\n<p><em>Eine Antwort auf eine oft gestellte Frage an die IWW im deutschsprachigen Raum:<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Irgendwo muss alles einmal beginnen. Bei der IWW war\u00b4s in den USA, genauer gesagt am 27. Juni 1905 in Chicago. Und wie es dort begann!<\/p>\n<p>Doch kaum jemand organisiert sich heute wie damals in der IWW, weil es eine \u201camerikanische\u201d Gewerkschaft ist. Die IWW ist seit je her in der Welt zu Hause. Es gab Wobblies, die selbst vor Gericht noch als Staatsangeh\u00f6rigkeit \u201cdie Welt\u201d an gaben. IWW hei\u00dft schlie\u00dflich \u201cIndustrial Workes of the World\u201d \u2013 ArbeiterInnen der Welt und nicht ArbeiterInnen der USA.<\/p>\n<p>Sich weltweit zu organisieren gewinnt im Zuge zunehmender Globalisierung selbstredend immer gr\u00f6\u00dfere Wichtigkeit. Konzerne agieren weltweit und dem kann nur weltweit etwas entgegen gesetzt werden. Daher: One Big Union &#8211; Eine Gewerkschaft f\u00fcr alle ArbeiterInnen der Welt.<\/p>\n<p><em>IWW wurde von vielen \u201cAusl\u00e4ndern\u201d getragen<\/em><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden die Wobblies in gro\u00dfem Ma\u00dfe von EinwanderInnen getragen, die sich von den angestammten und angels\u00e4chsisch gepr\u00e4gten Gewerkschaften in den USA nicht repr\u00e4sentiert sahen. Die alteingesessenen Gewerkschaften des Dachverbands American Federation of Labour (AFL) betrachteten die neuankommenden Proleten, die ab etwa 1865 infolge massiver Industrialisierung in die USA str\u00f6mten, als Lohndr\u00fccker, die unorganisierbar seien und die f\u00fcr ihre Armut, ihre fehlenden Englischkenntnisse und ihren traditionellen (unamerikanischen) Lebensstil verachtet wurden. (Kommt uns das im Jahre 2007 nicht auch in Europa immer noch bekannt vor?)<\/p>\n<p>So hatte die IWW in den USA einen starken R\u00fcckhalt bei Osteurop\u00e4erInnen &#8211; darunter viele mit j\u00fcdischer Herkunft, bei ItalienerInnen, MexikanerInnen, AsiatInnen und Finnen: Die einzige Tageszeitung in der IWW-Geschichte, <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Industrialisti\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Industrialisti<\/a>, erschien von 1918 bis in die 1920er Jahre im US-Bundesstaat Minnesota mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren in finnischer Sprache.<\/p>\n<p>Auch viele Deutsche wurden IWW-Mitglieder, der bekannteste war <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/William_E._Trautmann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">William E. Trautmann<\/a>, Sekret\u00e4r des Gr\u00fcndungskongresses der IWW und langj\u00e4hriger Organisator. Wie viele engagierte ArbeiterInnen wurde er 1890 im Zuge der Sozialistenverfolgung, die 1871 unter Bismarck begonnen hatte, als \u201egef\u00e4hrlicher Radikaler\u201c aus Deutschland vertrieben.<\/p>\n<p>Ein zweiter bekannter deutscher Wobbly war der R\u00e4tekommunist <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Paul_Mattick\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Paul Mattick<\/a>, der in der Weimarer Zeit Mitglied der \u201eAllgemeinen Arbeiter Unionen\u201c war und 1926 in die USA auswanderte, weil er in Deutschland &#8211; aufgrund der wirtschaftlichen Lage und aufgrund seiner Organisastionst\u00e4tigkeit &#8211; keine Arbeit mehr fand. In Chicago war er bis in die 1930er Jahre aktives Mitglied der IWW.<\/p>\n<p><em>Organisierung ohne Unterschied nach Hautfarbe und Herkunft<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Rassentrennung wurde in den USA erst in den 1960er Jahren abgeschafft. Die IWW war im Gegensatz dazu eine der ganz wenigen Organisationen, in der von Beginn an Menschen aller Hautfarben gleichberechtigt teilhaben durften. Prominentester Afro-Amerikaner der IWW war der Hafenarbeiter <a href=\"http:\/\/www.iww.org\/de\/culture\/biography\/BenFletcher1.shtml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ben Fletcher<\/a>, der w\u00e4hrend des 1. Weltkriegs und bis Anfang der 1920er Jahre in den H\u00e4fen von Philadelphia und Baltimore die IWW-Gewerkschaft <a href=\"http:\/\/www.iww.org\/unions\/dept500\/iu510\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Marine Transport Workers Industrial Union 510<\/a> (MTWIU &#8211; See- und Hafenarbeiter-Gewerkschaft) organisierte. Sie hatte in Philadelphia zeitweilig 5.000 Mitglieder, die Mehrheit Afroamerikaner, daneben viele Polen und Litauer.<\/p>\n<p>Eine deutsche Sektion der IWW MTWIU, die \u201cInternationale Seemanns-Union\u201d, konnte in den 1920er Jahren \u00fcbrigens Ortsgruppen in den Ostsee-H\u00e4fen Stettin und Danzig verzeichnen, die \u00fcber eigene Vereinslokale verf\u00fcgten. Die Stettiner Gruppe wurde 1933 durch die Nazis zerschlagen. <em>(Weitere Informationen zu diesem Kapitel findet ihr bei <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IWW\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wikipedia<\/a>.)<\/em><\/p>\n<p>\u00dcberhaupt haben Wobblies, wo immer sie hin gingen und arbeiteten, entweder eigene lokale IWW-Gruppen gegr\u00fcndet oder in nahe stehenden Gewerkschaften mitgearbeitet. So gibt es in der hundertj\u00e4hrigen Geschichte der IWW Organisationen und Organisierungsversuche in Chile, Mexiko, S\u00fcdafrika, Gro\u00dfbritannien, Australien, Kanada, Deutschland, Schweden\u2026 Manche sind dieser Gruppen \u00fcber die Jahre entschwunden, manche existieren bis heute, manche wurden erfolgreich wieder belebt wie z.B. in Gro\u00dfbritannien. Im deutschsprachigen Raum versuchen wir seit Dezember 2006 \u201ceine gro\u00dfe Gewerkschaft f\u00fcr alle ArbeiterInnen\u201d aufzubauen.<\/p>\n<p><strong>Woher kommt die Bezeichnung &#8220;Wobblies&#8221;?<\/strong><\/p>\n<p><em>Eine Antwort auf eine h\u00e4ufig gestellte Frage an die IWW:<\/em><\/p>\n<p>Woher die Bezeichnung \u201cWobblies\u201d f\u00fcr Mitglieder der IWW urspr\u00fcnglich stammt, das wei\u00df letztendlich niemand wirklich. Vier Theorien gibt es dazu und keine davon h\u00e4lt genauerer \u00dcberpr\u00fcfung statt.:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"float:left;\" src=\"http:\/\/www.wobblies.de\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/beware_sabotage.jpg\" alt=\"\" \/><strong>1. <\/strong>In Vancouver gab es 1911 einen chinesischen Wirt. Wer ihm eine Red Card, den Mitgliedsausweis der IWW zeigte, konnte bei ihm unbegrenzt anschreiben. Leider hatte dieser Wirt Schwierigkeiten das W (englisch: Double Ju) korrekt auszusprechen und fragte statt dessen \u201eEi Wobble Wobble?\u201c, wenn er wissen wollte, ob sein Gast in der IWW war. Das machte der Erz\u00e4hlung nach, bei den damals von einer Zeitarbeitsfirma zur n\u00e4chsten jagenden Arbeitern die Runde.<\/p>\n<p><strong>2. <\/strong>Die \u201eWobbly Saw\u201c(die wabbelige S\u00e4ge). In zwei Erw\u00e4hnungen wird von einer besonderen S\u00e4ge geredet, deren S\u00e4geblatt schief eingespannt war, um breitere Keile in das Holz zu schneiden. Warum das zum Spitznamen von IWW Mitgliedern f\u00fchren sollte bleibt ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Ein Thema der Woblies war immer der Holzschuh (franz\u00f6sisch: le Sabot). Es wird \u00fcberliefert, dass franz\u00f6sische ArbeiterInnen ihre Holzschuhe in die Maschinen geworfen haben sollen, um diese zu stoppen und ihre Forderungen gegen\u00fcber den ArbeitgeberInnen damit zu untermauern. Die \u201eSabots\u201c sind in der IWW ein Symbol f\u00fcr Sabotage. Es gibt viele bildliche Darstellungen von IWW-Militanten in Holzschuhen. Nun, wer mit solchen Schuhen durch die Gegend l\u00e4uft hat einen wankenden Gang. Ausserdem wird \u201eWobbling the Works\u201c[etwa: \u201edie Arbeit ins wanken bringen\u201c] als Synonym f\u00fcr direkte Aktion verwendet. Daraus entstand Ger\u00fcchten zu Folge die Bezeichnung \u201edie Wobblies\u201c<\/p>\n<p><strong>4.<\/strong> Wobbly &#8211; Ein Schm\u00e4hbegriff der Bosse. Verschm\u00e4ht wurde die IWW von den Bossen seit dem es sie gibt. \u201eIWW &#8211; Ich will Whiskey\u201c oder \u201eIWW \u2013 I Won\u00b4t Work (Ich werde nicht arbeiten) sind bekannte Beschimpfungen. Wobbly k\u00f6nnte daher auch vom wankenden Gang des vorgeblich ewig betrunkenen IWW Arbeiter herr\u00fchren. Insbesondere Arbeit suchende Gelegenheitsarbeitern(den \u201eFootless\u201c), die von Stadt zu Stadt wanderten, wurde viel \u00fcbel nach geredet. M\u00f6glich das aus solch b\u00f6sen Gerede der Begriff Wobly seinen Ursprung hat.<\/p>\n<p>Wo der Begriff wirklich her kommt werden wir wohl nie kl\u00e4ren k\u00f6nnen. Im Grunde ist es auch einerlei. \u201cWobblies\u201d hat sich eingeb\u00fcrgert und es ist ein eing\u00e4ngiger und wohlklingender Spitzname. Lassen wir es dabei. Sucht euch eine Entstehungsversion aus!<\/p>\n<p><strong>Wenn ich Mitglied in der IWW bin, darf ich dann auch Mitglied einer anderen Gewerkschaft sein?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, dies ist deine pers\u00f6nliche und individuelle Entscheidung.<\/p>\n<p>Doch auf alle F\u00e4lle gilt eine Beschr\u00e4nkung. Hautpberufliche Funktion\u00e4rInnen (z.b. \u00d6GB-Chef, Vorsitzender FSG, etc.) von reformistischen Gewerkschaften k\u00f6nnen nicht Mitglieder der IWW werden.<\/p>\n<p><strong>Hab ihr auch Erfolge oder redet ihr nur gro\u00df daher?<\/strong><\/p>\n<p>Nein! Wir reden nicht nur daher, wir konnten in den letzten Jahren einiges an Erfolge f\u00fcr unsere Mitglieder und ArbeiterInnen erk\u00e4mpfen. Aus der letzten Zeit w\u00e4re da zum Beispiel zu nennen:<\/p>\n<ul>\n<li>Starbucks in den USA: 25% Stundenlohnerh\u00f6hung, Verbesserung der Arbeitssicherheit, besserer K\u00fcndigungsschutz, Respekt des Managments gegen\u00fcber den MitarbeiterInnen, etc..<\/li>\n<li>Illegale LagerarbeiterInnen in New York: Menschw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen, h\u00f6here L\u00f6hne, Schutz vor Abschibung,&#8230;..<\/li>\n<li>Ausbezahlung der offenen \u00dcberstundenforderung, bessere Arbeitsbedingungen bei Eurest in Frankfurt\/Main&#8230;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dies nur als kleiner Auszug.<\/p>\n<p><strong>Wie stark seit ihr wirklich?<\/strong><\/p>\n<p>Gemessen an der Mitgliederzahl, sind wir eine sehr erfolgreiche und starke Gewerkschaft.<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal als Beispiel unsere Betriebsgruppe bei Eurest in Frankfurt. Die DGB-Teilgewerkschaft ist dort seit Jahrzehnten vorhanden. Was haben sie erreicht? Nichts!<\/p>\n<p>Die IWW Betriebsgruppe bei Eurest-Frankfurt ist seit ein paar Monaten aktiv und erreichte:<\/p>\n<ul>\n<li>Keine 14 Stunden-Schichten mehr!<\/li>\n<li>Sofortige Ausbezahlung der offenen \u00dcberstunden!<\/li>\n<li>Respekt der K\u00fcchenleitung gegen\u00fcber den Angestellten!<\/li>\n<li>Kein Mobbing mehr!<\/li>\n<li>Weniger Angst!<\/li>\n<li>Verbesserungen des Arbeitsklimas!<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da es immer wieder gleich bzw. sehr \u00e4hnliche Fragen an uns gibt, geben wir ihr einmal auf so manche\u00a0 Antworten. 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